Ehrungen im Rahmen der Viszeralmedizin 2025

Wir freuen uns, besonders verdiente Persönlichkeiten unserer Fachgebiete im Rahmen der Viszeralmedizin 2025 zu ehren. Wir gratulieren allen Ehrenpreisträger*innen sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und ihren herausragenden Lebenswerken.

Ismar Boas-Medaille der DGVS

Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Detlef Schuppan

Detlef Schuppan ist Direktor des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie, Dünndarmerkrankungen und Autoimmunität der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und gleichzeitig „Full Professor of Medicine“ des Beth Israel Deaconess Medical Center der Harvard Medical School in Boston, USA.

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Detlef Schuppan ist Direktor des Instituts für Translationale Immunologie und der Ambulanz für Zöliakie, Dünndarmerkrankungen und Autoimmunität der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und gleichzeitig „Full Professor of Medicine“ des Beth Israel Deaconess Medical Center der Harvard Medical School in Boston, USA. Zuvor war er stellvertretender Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie der Universität Erlangen-Nürnberg und hatte eine “Hermann und Lilly Schilling Professor” für Innere Medizin am Benjamin Franklin Krankenhaus der Freien Universität Berlin.  Aufbauend auf ein Studium der Biochemie an der Ludwig Maximilians Universität mit Promotion am Max-Planck-Institut für Biochemie in München, sowie dem Studium der Humanmedizin in Marburg und Berlin promovierte und habilitierte er in beiden Disziplinen und zeigte früh, das er seine Fähigkeiten in der Grundlagenforschung konsequent und höchst erfolgreich für die translationale Forschung in der Medizin nutzen konnte.

Seine Forschungsinteressen und klinischen Tätigkeiten sind breit gefächert und fokussieren sich auf chronisch-fibrosierende und neoplastische Lebererkrankungen sowie entzündliche Darmerkrankungen, insbesondere die Zöliakie und andere Krankheitsbilder mit intestinalen Barrieredefekten und deren Einfluss auf extraintestinale Erkrankungen.

In seinen Doktorarbeiten in Biochemie und Medizin arbeitete er an der Strukturaufklärung von Basalmembrankollagen und entdeckte Kollagen Typ XIV als neues Strukturprotein der extrazellulären Matrix (EZM). Seine Expertise im Fibrosesektor zeigt sich an mehr als 250 Publikationen zur Leberfibrose und anstehenden Phase 1b-Studien zu den von ihm entwickelten nanopartikulären Fibrosemedikamenten.

Bahnbrechend ist seine Entdeckung der EZM-assoziierten Gewebetransglutaminase (TG2) als Autoantigen der Zöliakie, u.a. mit der Entwicklung des weltweit eingesetzten Tests für Autoantikörper gegen TG2. Aber vielleicht noch beeindruckender ist die Konsequenz, mit der er aus diesen Arbeiten translational neue medikamentöse Ansätze zur Therapie der Zöliakie entwickelt hat, die zurzeit unter seiner Leitung in Phase-2b-Studien getestet werden. Darüber hinaus identifizierte er entzündliche Trigger der Nicht-Zöliakie Weizen (“Gluten”)-Sensitivität, die als Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) Toll-like Rezeptor 4 auf immunkompetenten Zellen des Darm-Immunsystems aktivieren. So konnte er in Tiermodellen und zuletzt auch in randomisierten klinischen Studien zeigen, dass die mit der Nahrung aufgenommenen ATI-Proteine Autoimmun-Erkrankungen, z. B. der Leber (PSC, MASH), des Darms oder des ZNS verstärken. Die durch ihn etablierte Ambulanz für Patienten mit komplexen gastroenterologisch-immunologischen Erkrankungen besitzt Alleinstellungsmerkmale, in der seine Forschungsarbeiten in neuen translationalen Konzepten zum Wohle der Patienten erfolgreich umgesetzt werden.

 

Über den Namensgeber Ismar Boas

Ismar Boas (1858 – 1938), erster Spezialarzt für Magen- und Darmkrankheiten, trug durch seine Initiativen entscheidend zur frühen Etablierung und Weiterentwicklung des neuen Fachgebietes Gastroenterologie bei. Wissenschaftlich befasste er sich eingehend mit der Pathophysiologie der Magenerkrankungen und mit der Bedeutung der Stuhluntersuchung auf okkultes Blut. Als Jude musste Boas 1936 aus Deutschland emigrieren.

Endoscopy Award der Sektion Endoskopie

Professor Peter Vilmann, Kopenhagen (Dänemark)

Herr Professor Peter Vilmann erhält den Endoscopy Award der Sektion Endoskopie der
DGVS 2025 für seine herausragenden Leistungen im Bereich der Forschung, ärztlichen Ausbildung
und internationalen Förderung der diagnostischen und therapeutischen Endoskopie,
vor allem der interventionellen Endosonografie (EUS).

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Er ist als Professor of Endoscopy und Senior Consultant in den Gastroenterologie-Einheiten am Herlev- und Gentofte Hospital und am Department of Clinical Medicine der University of Copenhagen tätig. Professor Vilmann startete seine Karriere als Medizinstudent an der Universität Kopenhagen, wo er im Jahr 1981 seinen Arzt-Abschluss (MD Degree) erhielt. Seine ärztliche Ausbildung erhielt er in mehreren großen Krankenhäusern in Dänemark und spezialisierte sich sowohl im Bereich Viszeralchirurgie (1993) als auch der Gastroenterologie (1994), was eine gute Grundlage für seine späteren Fach-übergreifenden, innovativen Tätigkeiten im Bereich der Gastroenterologie und der interventionellen Endoskopie bot. Im
Jahr 1998 festigte er seine Expertise durch den Erhalt des Doktor-Titels in den Medizinischen Wissenschaften (MDSc). Im Jahr 2009 wurde er zum “Overlæge” (Consultant) im Department für Chirurgie, Gastrointestinal Unit, Herlev Hospital, Dänemark ernannt und später als Full Professor of Endoscopy an das Copenhagen University Hospital Herlev in 2010 berufen.

Seine klinischen und wissenschaftlichen Arbeiten führten zu einem herausragenden Expertentum, vor allem im Bereich des diagnostischen und interventionellen endoskopischen Ultraschalls (EUS, Endosonografie). Seine wissenschaftlichen Beiträge zu diesem klinischwissenschaftlichen Feld sind höchst bedeutend und er wird daher global als “Pionier der Endosonografie” angesehen, zumal er im Jahr 1991 als Erster weltweit erfolgreich eine endosonographisch geführte Feinnadel-Aspirations Biopsie (EUS-FNA) am Menschen durchführte. Die dafür verwendete EUS-Nadel wurde später auch unter seinem Namen geführt,
viele Kolleg*innen haben sie seither verwendet. Die bahnbrechende EUS-geführte Nadeltechnik avancierte seither weltweit zum Goldstandard, indem sie die Diagnostik-Landschaft vor allem für Pankreas Erkrankungen und andere gastrointestinale Läsionen nachhaltig verbesserte und klinische Algorithmen beeinflusste. Professor Vilmann’s innovativer Geist hörte aber hiermit nicht auf: Er war Miterfinder der ersten kommerziellen Nadel-geführten Vorrichtung zur Aspiration von Flüssigkeits-Ansammlungen (Verhalt) und deren sicherer Drainage in den Gastrointestinaltrakt, welche ein entscheidendes Instrument zur Verbesserung der Präzision und Sicherheit therapeutischer endoskopischer Prozeduren wurde. Seine wissenschaftlichen Arbeiten und Ergebnisse im Bereich des endoskopischen Ultraschalls (EUS) – und später auch des endobronchialen Ultraschalls (EBUS) – wurden zur Grundlage zahlreicher nationaler und internationaler Leitlinien, was ihre Bedeutung als Goldstandard in Gastroenterologie und Pneumologie untermauerte. Weitere innovative Arbeiten trugen dazu bei, dass die Entwicklung der “Non-anaesthesiologist administered”-Propofol-Sedierung (NAPS)” und der konfokalen Laser-Endoskopie international (CLE) vorangetrieben wurden. Bis heute trägt seine weitergeführte Forschungstätigkeit im Bereich der interventionellen endoskopischen Techniken dazu bei, die Grenzen des technisch Machbaren zu hinterfragen und möglicherweise neue Routen für künftige Innovationen aufzuzeigen.

Über seine wissenschaftlichen Beiträge hinaus war und ist Peter Vilmann bis heute ein nie ermüdender und herausragender klinischer Lehrer und Konferenz-Sprecher, der gerne mit Passion und Enthusiasmus seinen großen Wissensschatz in mehr als 400 internationalen Vorlesungen und bei zahllosen „Hands-on“-Workshops sowie Live-Endoskopie-Veranstaltungen teilt. Dieser Einsatz trägt weiterhin dazu bei, dass die neusten Techniken und Verfahren weltweit verbreitet und zum Wohle der Patienten eingesetzt werden können. Sein enormer Einsatz für Ausbildung und Training der nächsten Generation von Ärzt*innen in interventionellen endoskopischen Techniken wird durch die wachsende Zahl von internationalen Doktor*innen, die unter seiner Führung ausgebildet worden sind, eindrucksvoll untermauert. Einige seiner früheren Mitarbeiter*innen bekleiden heute selbst Führungspositionen in ihren Institutionen. Auch in anderen europäischen und speziell in deutschen Klinik-Zentren und akademischen Institutionen (z. B. der Ruhr-Universität Bochum, dem Sana Klinikum Lübeck) führt er regelmäßig Trainingskurse durch und ist mit vielen aktuellen Leistungsträger* innen befreundet. Seine Beiträge zur medizinischen Fachliteratur betragen mehr als 300 wissenschaftliche Publikationen in spezialisierten Fachzeitschriften und er erreicht
einen eindrucksvollen H-Index von 52. Zahlreiche nationale und internationale Preise zeugen ebenso von seiner hohen weltweiten Anerkennung.

Die Verleihung des Endoscopy Award 2025 der DGVS an Professor Vilmann erfolgt daher als Würdigung und Anerkennung seiner herausragenden Pionierarbeiten bei der Entwicklung der interventionellen Endoskopie, seiner wissenschaftlichen Expertise und seiner herausragenden Beiträge zur „Hands-on“-Ausbildung junger Gastroenterolog*innen. Persönlichkeiten wie Peter Vilmann beweisen, dass stetiges Engagement, visionäres Denken, nimmermüde Schulung von Kolleg*innen und weltweite Vortragstätigkeit enorme Fortschritte in der Medizin ermöglichen. Peter Vilmann hat maßgeblich zur globalen Weiterentwicklung der interventionellen Endosonographie, Endoskopie und Gastroenterologie beigetragen und dabei vielen jungen Kolleg*innen den Enthusiasmus für das interessante Feld der „handelnden“ Gastroenterologie und Endoskopie beigebracht, was wir mit dieser Preisverleihung maßgeblich würdigen möchten.

Rudolf-Nissen-Medaille der DGAV

Professor Henrik Kehlet, Kopenhagen (Dänemark)

Professor Henrik Kehlet (*1942 Kopenhagen) ist eine herausragende Persönlichkeit in der medizinischen Welt, dessen Arbeit die chirurgische Praxis nachhaltig geprägt hat. Als Professor für Perioperative Medizin an der Universität Kopenhagen seit 2006 und Leiter der Sektion für Chirurgische Pathophysiologie am Rigshospitalet der Universität Kopenhagen hat er durch seine wegweisenden Forschungen die Grundlage für das Konzept der „Fast-Track-Chirurgie“ geschaffen. Dieses innovative Ansatzziel, Operationen schmerz- und risikofrei zu gestalten, hat die postoperative Versorgung revolutioniert und die Genesungszeiten für unzählige Patienten verkürzt.

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Seine wissenschaftliche Karriere ist beeindruckend: Über 1200 wissenschaftliche Artikel und mehr als 300 Vorträge auf internationalen Konferenzen zeugen von seiner engagierten Forschungsarbeit. Seine Expertise erstreckt sich über die Bereiche der chirurgischen Pathophysiologie, der Akutschmerzphysiologie, des Schmerzmanagements sowie des perioperativen Flüssigkeitsmanagements. Damit hat er maßgeblich dazu beigetragen, die Entwicklung der perioperativen Medizin voranzutreiben.

Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Prof. Kehlet auch in der klinischen Praxis tätig, insbesondere in der Viszeralchirurgie. Seine Arbeit ist geprägt von einem tiefen Verständnis für die komplexen Zusammenhänge zwischen Operationen, Schmerz und Organfunktion, was ihn zu einem international anerkannten Experten gemacht hat.

Professor Kehlet schloss seine medizinische Ausbildung an der Universität Kopenhagen im Jahr 1968 ab. Anschließend absolvierte er eine klinische Ausbildung am Gentofte University Hospital in Kopenhagen, wo er in der Endokrinologie unter der Leitung von Dr. Christian Binder forschen durfte. Nach zwei Jahren als Forschungsstipendiat wurde seine Doktorarbeit zum Thema „Hypohysen- und Nebennierenrindenfunktion bei Operationen“ abgeschlossen. Im weiteren Verlauf wechselte er zwischen verschiedenen chirurgischen Fachrichtungen am Rigshospitalet der Universität Kopenhagen. Später wurde er Leiter der Abteilung für Viszeralchirurgie am Hvidovre University Hospital in Kopenhagen. Im Jahr 1991 wurde er schließlich Professor für Chirurgie an der Universität Kopenhagen und 2006 erhielt er eine spezielle Professur für perioperative Medizin. Trotz seines Rückzugs aus der operativen Tätigkeit vor mehr als zehn Jahren widmet er sich seither voll und ganz der klinischen Forschung, um die Genesung nach Operationen weiter zu verbessern.

Herr Professor Kehlet ist nicht nur ein weltweit geschätzter Wissenschaftler, sondern auch ein engagierter Lehrer und Mentor. Seine Arbeit hat unzählige Chirurgen und Anästhesisten inspiriert und die Standards in der perioperativen Versorgung international maßgeblich beeinflusst.
Mit seinem außergewöhnlichen und beeindruckenden Schaffen hat Prof. Kehlet zum besonderen Fortschritt der perioperativen Medizin beigetragen. Daher verleiht ihm die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie auf der Viszeralmedizin 2025 die Rudolf-Nissen-Medaille der DGAV.

Rudolf-Nissen-Preis der DGAV

Dr. med. Dr. rer. nat. Christopher Berlin

Die Verleihung des Rudolf-Nissen-Preises 2025 an Dr. med. Dr. rer. nat. Christopher Berlin würdigt einen herausragenden jungen Forscher in der Viszeralchirurgie, der mit seiner Arbeit Maßstäbe setzt. Dr. Berlin vereint als Oberarzt und Wissenschaftler am Universitätsklinikum Freiburg eine seltene Doppelqualifikation: die Promotion in Medizin und Naturwissenschaften. Diese einzigartige Kombination macht ihn zu einem Brückenbauer zwischen klinischer Praxis und modernster Forschung.

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Dr. med. Dr. rer. nat. Christopher Berlin ist Facharzt für Chirurgie und Oberarzt in der Allgemein- und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg. Nach dem Medizinstudium in Würzburg (Abschluss 2015) und einer Promotion in Pharmakologie (2017) erwarb er 2022 den Dr. rer. nat. in Biologie. Er leitet seitdem eine Forschungsgruppe und verbindet klinische Expertise mit wissenschaftlicher Ausbildung.

Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Tumormikromilieu und der Epigenetik bei Darmkrebs. Mit Methoden wie Einzelzell-Transkriptomik und Organoid-Technologie liefert er tiefgehende Einblicke in Tumorentstehung und -progression. Dies bildet die Grundlage für innovative Therapiekonzepte.
Dr. Berlin hat mit seinen Veröffentlichungen internationales Ansehen erlangt, darunter Studien zu mesenchymalen Subtypen bei kolorektalem Krebs (Journal of Clinical Investigation, 2023) und der Rolle von Lysin-Methyltransferase 9 in der Tumorregulation (Cancer Research, 2022). Er hat mehr als ein Dutzend Publikationen mit über 140 Zitationen.

Die Verleihung des Rudolf-Nissen-Preises an Dr. Berlin würdigt nicht nur seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen, sondern auch sein Engagement als junger Forscher, der die Zukunft der Viszeralmedizin mit Leidenschaft, Weitblick und interdisziplinärer Zusammenarbeit gestaltet. Mit seiner Arbeit steht er beispielhaft für eine neue Generation von Ärztinnen und Ärzten, die Forschung und Klinik untrennbar miteinander verbinden. Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie gratuliert herzlich zu dieser Auszeichnung im Rahmen der Viszeralmedizin 2025.

Ehrenmitgliedschaft 2025 der DGVS

Prof. Dr. med. Markus Lerch

Mit Prof. Dr. Markus Lerch ernennen wir einen herausragenden, national und international anerkannten Wissenschaftler und Arzt zum Ehrenmitglied der DGVS. Nach seinem Studium der Medizin und Kunstgeschichte in Freiburg, Glasgow, Toronto und Worcester an der Universität von Massachusetts begann er seine medizinische Weiterbildung in der Pathologie in Freiburg, die ihn rasch in die Innere Medizin mit Weiterbildung und Oberarzttätigkeit in Freiburg, Aachen, Ulm und Homburg/Saar führte.

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Von 1997-2003 war er an der Medizinische Klinik und Poliklinik B der Universität Münster als berufener Professor für Gastroenterologie tätig. Er folgte 2003 einem Ruf auf die Professur für Gastroenterologie, Stoffwechsel und Ernährungsmedizin an die Universität Greifswald und leitete hier von 2007-2020 die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin A. In dieser Zeit war er auch Prodekan für Forschung und Klinische Angelegenheiten. Seit 2021 ist er Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Schwerpunkt seiner klinischen Arbeit und Forschung sind die Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, insbesondere die Pankreatitis und das Pankreaskarzinom. Seine pathophysiologischen, genetischen und zellbiologischen Arbeiten zur Pankreatitis haben das Verständnis der Entstehung der Erkrankung grundlegend verändert und neue Ansätze für die Diagnostik und Behandlung eröffnet. Dabei wurde sein innovatives Denken durch weitere Forschungsaufenthalte in Boston und Mailand geprägt.

Das langjährige Engagement von Markus Lerch im Vorstand der DGVS begann 2004 mit seiner Tätigkeit als stellvertretender Sekretär. Als Sekretär und – nach Satzungsänderung – Präsident der DGVS leitete er von 2010 bis 2016 die Vorstandsarbeit. 2017 war er Kongresspräsident der Jahrestagung in Dresden. Mit großem persönlichem Einsatz, visionärem Denken und dem Bestreben, die Gemeinschaft der DGVS zusammenzuführen, hat Markus Lerch die Arbeit und das Profil der Fachgesellschaft in besonderer Weise bereichert. Ob DGVS DRG Projekt – welches er initiierte – die DGVS Chroniken oder das Weißbuch Gastroenterologie – seine Impulse und Strukturen wirken bis heute spürbar in der Arbeit der DGVS fort und prägen maßgeblich ihre Weiterentwicklung.

Zudem war er in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien und Fachgesellschaften aktiv, unter anderem als Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, dem European Pancreatic Club (EPC), als Councillor der United European Gastroenterology (UEG) und als Mitglied in der Wissenschaftlichen Kommission und Medizinausschuss des Wissenschaftsrates. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und u. a. Ehrenmitglied des European Pancreatic Clubs (EPC) sowie der Polnischen Gesellschaft für Gastroenterologie. Seine Arbeiten wurden durch zahlreiche international angesehene Preise ausgezeichnet und internationale Verbünde gefördert.

Ehrenmitgliedschaft der DGAV 2025

Prof. Dr. med. Stefan Post

Prof. Dr. med. Stefan Post (*1954, Wuppertal) leitete seit 1998 die Chirurgische Klinik am Universitätsklinikum Mannheim und hatte zugleich den Lehrstuhl für Chirurgie an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg inne. Diese Ämter bekleidete er bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2018.

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Post begann seine medizinische Laufbahn mit dem Studium in Düsseldorf sowie Denver (1973–1980) und promovierte im Jahr 1980 in der Neuroanatomie. Zwischen 1982 und 1984 war er mit dem Deutschen Entwicklungsdienst im Newala District Hospital in Tansania tätig. Später initiierte er Partnerschaften mit Kliniken in Ostafrika, um Ausbildung und Versorgung nachhaltig zu verbessern. 1992 habilitierte er sich in Heidelberg mit einer Arbeit zur Lebertransplantation.

Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen die chirurgische Onkologie, die Viszeral-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. Besonders engagierte er sich in der Ausbildung junger Ärztinnen und Ärzte sowie in der internationalen medizinischen Zusammenarbeit.

Neben seiner langjährigen klinischen und forschenden Tätigkeit mit Autorenschaft in über 400 Publikationen war er in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien und Fachgesellschaften aktiv.

Prof. Post war von 2012 bis 2013 Präsident der DGAV und hat sich in seiner langjährigen Tätigkeit als Vorsitzender der DGAV-Zertifizierungskommission von 2007 bis 2019 sowie als Vorsitzender der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Coloproktologie (CACP) von 2007 bis 2010 maßgeblich für die Weiterentwicklung der Fachgesellschaft engagiert. Zudem war er von 2009 bis 2022 Co-Vorsitzender der Zertifizierungskommission für Darmkrebs- und viszeralonkologische Zentren der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) und Mitglied im Lenkungsausschuss für Leitlinien seit 2012. Die im Jahr 2023 veröffentlichte S3-Leitlinie „Perioperatives Management bei gastrointestinalen Tumoren“ (POMGAT) wurde durch ihn koordiniert. Für seine herausragenden Verdienste wurde Prof. Post im Jahr 2018 mit der Rudolf-Pichlmayr-Medaille in Gold der DGAV ausgezeichnet.

Sein langjähriges Wirken verbindet wissenschaftliche Exzellenz, klinische Verantwortung und internationale Solidarität auf vorbildliche Weise und hat die Entwicklung der Chirurgie in Deutschland maßgeblich beeinflusst. Im Zeichen außergewöhnlicher Verdienste um die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) wird Herrn Prof. Stefan Post hiermit auf der Viszeralmedizin 2025 die Ehrenmitgliedschaft der DGAV verliehen.