1928

8. Tagung

Amsterdam, 12. – 14. September 1928

Abraham Albert Hijmans van den Bergh

Utrecht

* 1869 in Rotterdam

† 1943 in Utrecht

Vita

Abraham A. Hijmans van den Bergh studierte nach einigen Semestern Naturwissenschaften Medizin in Leiden. Dort begann er 1895 seine internistische Ausbildung, bildete sich in der Pädiatrie bei Alois Epstein in Prag und Adalbert Czerny in Breslau fort und war zwischen 1897 und 1899 Hausarzt in Rotterdam. Seit 1900 war er im Coolsingel Hospital, dem großen Rotterdamer Krankenhaus, tätig und widmete er sich der Inneren Medizin und der klinisch-chemischen Forschung. 1911 wurde er an die Medizinische Universitätsklinik Groningen als Nachfolger Karel F. Wenckebachs berufen. 1918 übertrug die Universität Utrecht Hijmans den Lehrstuhl für Innere Medizin und die Leitung der Medizinischen Klinik in der Nachfolge von Sape Talma. 1938 emeritiert war Hijmans wegen seiner jüdischen Herkunft nach dem Überfall Hollands durch die deutschen Nationalsozialisten im Mai 1940 verfolgt. Zuletzt lebte er verborgen im Hause seines Schülers und Nachfolgers Cornelis D. de Langen in Utrecht, wo er im September 1943 starb.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Die Chemie der Gallenfarbstoffe und die Abbauwege des Hämoglobins standen im Mittelpunkt der Forschung Hijmans’. Die von ihm erarbeitete Differenzierung des Bilirubins und damit die erstmalige Unterscheidungsmöglichkeit zwischen intra- und extrahepatischem Ikterus stellte einen Meilenstein in der Gastroenterologie dar: das wasserunlösliche (nicht glukoronidierte, unkonjugierte) Bilirubin entspricht der mit der van-den-Berghschen-Diazoprobe bestimmten indirekt (erst nach Alkoholzusatz) reagierenden Fraktion des Bilirubins. Das konjugierte Bilirubin dagegen reagiert direkt mit Diazobenzolsulfonsäure ohne Alkoholzusatz. Später widmete sich Hijmans dem Porphyrinstoffwechsel. Sein Anliegen galt der Einführung biochemischer Methoden in die Innere Medizin.

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Entwicklungen der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Der Kongress 1928 wurde von Hijmans van den Bergh gemeinsam mit Isidor Snapper, Amsterdam und Leonard Polak-Daniels, Groningen, organisiert. Dass ihm der Kongressvorsitz übertragen und in Amsterdam getagt wurde, war dem großen Respekt für die wissenschaftliche Arbeit und der Persönlichkeit Hijman van den Berghs geschuldet und gleichzeitig Ausdruck des übernationalen, europäischen Charakters der Gesellschaft. Für die Schlusssitzung der Tagung hatte Hijmans das Thema „Diagnostische und therapeutische Irrtümer auf dem Gebiete der Verdauungskrankheiten und ihre Verhütung“ gewählt; dazu referierten Gustav von Bergmann, Leopold Kuttner und Hans Heinrich Berg aus Berlin sowie Hans von Haberer, Düsseldorf.

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Ausgewählte Publikationen

1. mit I. Snapper. Die Farbstoffe des Blutserums. Dtsch Arch Klin Med 1913; 110: 540 – 561.
2. mit P. Muller. Über eine direkte und indirekte Diazoreaktion auf Bilirubin. Biochem Zeitschr 1916; 77: 90 – 103.
3. Der Gallenfarbstoff im Blute. 2. Aufl. Leiden - Leipzig 1928.
4. mit I. Snapper, C.D. de Langen, C.L.C. van Nieuwenhuisen. Leerboek der inwendigen Geneeskunde. 2 Bände, Amsterdam 1942.

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