1936

13. Tagung

Berlin, 28. – 29. Juni 1936

Max Bürger

Bonn

* 1885 in Hamburg

† 1966 in Leipzig

Vita

Max Bürger trat 1911 seine erste Assistentenstelle am Krankenhaus Hamburg-Altona bei dem Stoffwechselforscher Friedrich Umber an. Nach Tätigkeit in den Instituten für Bakteriologie und Physiologie in Strassburg wechselte Bürger 1914 an die Königsberger Medizinische Universitätsklinik zu Alfred Schittenhelm, dem er nach dem 1. Weltkrieg nach Kiel folgte. Dort habilitierte er sich 1918. 1929 wurde er zum Chefarzt der Medizinischen Klinik am Stadtkrankenhaus Osnabrück gewählt und 1931 als Ordinarius an die Medizinische Universitäts-Poliklinik Bonn berufen. Seit 1937 war Bürger als Nachfolger von Paul Morawitz Ordinarius für Innere Medizin und Ärztlicher Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Leipzig. Den Nationalsozialisten stand er anfänglich mit Distanz gegenüber. Offensichtlich im Zusammenhang mit der Berufung nach Leipzig beantragte Bürger im Sommer 1937 die Aufnahme in die NSDAP. Im Oktober 1945 wurde Bürger wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft vom Direktorat der Leipziger Klinik entbunden. 1947 wiedereingesetzt, leitete er bis 1957 die Leipziger Medizinische Universitätsklinik.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Bürger wurde durch seine Beiträge zum Lipidstoffwechsel, zu Ernährungsstörungen einschließlich des Hungeroedems und zum Diabetes melllitus bekannt. Er gehörte gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern zu jenen, die als Gegenspieler des Insulins eine „hyperglykämierende Substanz“ – das Glucagon – beschrieben. Weitere Arbeiten bezogen sich auf die Osmotherapie, den Muskel- und Eiweißstoffwechsel sowie sportphysiologische Untersuchungen und die Kreislaufregulation. Später befasste sich Bürger vorwiegend mit Fragen der Gerontologie, deren Wegbereiter er wurde.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Bürger organisierte die 13. Tagung als gemeinsame Veranstaltung mit dem XI. Deutschen und dem II. Internationalen Sportärztekongress in Berlin im Vorfeld der Olympischen Spiele 1936. Die Absprache hierfür traf er mit Emil Ketterer, der „Führer“ des NS-Sportärztebundes, Reichsarzt der SA und seit 1925 NSDAP-Mitglied war. Welche einzelnen Gründe zu Bürgers Entscheidung führten, ob sein Interesse an der Leistungsphysiologie und Sportmedizin oder viel eher politische Motive ausschlaggebend waren, ist bisher nicht geklärt. Die ersten drei Sitzungen fanden in der Kroll Oper in Berlin statt, die vierte Sitzung wurde allein von der Gesellschaft im Langenbeck Haus abgehalten. Fragen des Stoffwechsels, der Ernährung und der Kreislaufveränderungen bei intensiver Muskelarbeit dominierten die Thematik.
Den Vorstand der Gesellschaft bildeten für die Zeit ab 1. Januar 1937 Erich Grafe, Wilhelm Stepp, Walter Falta, und als Generalsekretär Heinrich von Hoesslin.

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Ausgewählte Publikationen

1. mit Brandt W. Über das Glucagon (die hyperglykämisierende Substanz des Pankreas). Z exper Med 1935; 96: 375 – 397.
2. Pathologisch-physiologische Propädeutik. Berlin 1924.
3. Altern und Krankheit. Leipzig 1947.
3. Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, Stuttgart 1951.

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