Viszeralmedizin 2019, 2. - 5. Oktober
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1953

17. Tagung

Stuttgart – Bad Canstatt und Bad Mergentheim, 24. – 27. September 1953

Kurt Beckmann

Stuttgart

* 1891 in Stuttgart

† 1956 in Stuttgart

Vita

Kurt Beckmann begann seine Ausbildung in der Münchener Medizinischen Universitätsklinik bei Ernst von Romberg. Er folgte von dort Hermann Straub als Oberarzt über Halle und Greifswald 1928 an die Medizinische Klinik der Universität Göttingen. Ende 1929 wurde Beckmann die Stelle des Chefarztes der Medizinischen Klinik am Kartharinenhospital Stuttgart übertragen, die er 1934 – offenbar im Zusammenhang politischer Intrigen – verlassen musste. 1936 übernahm Beckmann die Chefarztstelle der Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhaus Bad Canstatt. Spätere Rufe, 1942 an die Universität Tübingen und 1948 nach Gießen, lehnte er ab. Beckmann war im Mai 1933 in die NSDAP eingetreten und wurde 1934 ausgeschlossen. Sein Wiedereintritt in die Partei erfolgte Ende 1935. Während des Zweiten Weltkrieges war Beckmann Beratender Internist der Wehrmacht und an der vergleichenden Therapie beteiligt. Seit 1946 prägte Beckmann als Schriftleiter gemeinsam mit einem Redaktionskollegium die Deutsche Medizinische Wochenschrift im ersten Jahrzehnt nach dem Weltkrieg.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Beckmanns Arbeiten beziehen sich vor allem auf den Mineral- und Wasserhaushalt, die Leberpathologie, den Stoffwechsel, den Säurebasenhaushalt sowie die Nierenfunktion. Seine Habilitationsarbeit 1922 an der Greifswalder Medizinischen Klinik befasste sich mit dem Säure-Basen-Gleichgewicht bei Nierenkrankheiten. Zudem beschäftigte er sich mit Fragen der Arzneimitteltherapie. Frühzeitig etablierte er in der Bad Canstatter Medizinischen Klinik einen gastroenterologischen und endoskopischen Schwerpunkt, der später von Ludwig Demling und Klaus Heinkel weiterentwickelt wurde.

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Entwicklungen der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Für 1953 sind keine markanten organisatorischen Veränderungen innerhalb der DGVS verzeichnet. Die Thematik der 17. Tagung umfasste Fragen des Eisenstoffwechsels und dessen Beziehung zur Leber, Probleme der Colitis ulcerosa, Aspekte des Jodstoffwechsels sowie Schilddrüsenerkrankungen. Ein weiteres Hauptthema beschäftigte sich mit der Pathogenese und Klinik der Cholangitis. In einem speziellen Symposium wurde über das Verhältnis zwischen Klinik und Praxis diskutiert. Hierin spiegelte sich das berufspolitische Engagement Beckmanns wider.

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Ausgewählte Publikationen

1. Leber und Mineralhaushalt. I. Mitteilung, Die Wasser- und Ionenabgabe der normalen Leber an das Hepaticablut. Z ges exp Med 1928; 59: 76 – 89.
2. Hepatitis epidemica. Stuttgart 1944.
3. Die Krankheiten der Leber und der Gallenwege, in: Handbuch der Inneren Medizin, 4. Aufl., Hg. G. v. Bergmann, W. Frey, H. Schwiegk, 3. Band, 2. Teil, Berlin-Göttingen-Heidelberg 1953, 529 – 1116.
4. Arzneitherapie innerer Krankheiten. Klinische Pharmakologie. Stuttgart 1949.

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