1957

19. Tagung

Bad Kissingen, 2. – 5. Oktober 1957

Robert Prévôt

Hamburg

* 1901 in Kassel

† 1998 in Hamburg

Vita

Robert Prévôt erhielt von 1927 - 1929 seine erste röntgenologische Fachausbildung bei Hans von Hecker in Kassel. Diese unterbrach er für eine einjährige Tätigkeit im Institut für Pathologie der Universität Rostock bei Walther Fischer. 1930 wechselte er zu Hans Heinrich Berg an die II. Medizinische Klinik der Charité in Berlin. Prévôt folgte Berg 1931 nach Dortmund und bildete sich 1933 vorübergehend bei Rudolf Schinz am Universitätsspital in Zürich fort. Seit 1935 arbeitete er erneut mit Hans H. Berg zusammen, jetzt an der Hamburger Medizinischen Universitätsklinik, wurde Leiter der dortigen Röntgenabteilung und 1938 habilitiert. 1944 erhielt Prévôt eine apl. und 1948 eine außerordentliche Professur. Von 1957 bis zu seiner Emeritierung 1970 war er Ordinarius für Radiologie und Direktor der Radiologischen Klinik und des Strahleninstitutes des Universitätsklinikums Hamburg -Eppendorf. Prévôt war kongenialer Partner des Internisten Hans H. Berg und des Chirurgen Ernst Konjetzny; so entstand in Hamburg-Eppendorf ein international anerkanntes Zentrum für Gastroenterologie. Vielfach geehrt, u.a. mit der Hermann Rieder Medaille 1963, wurde Prévôt 1969 Ehrenmitglied der DGVS.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Der Schwerpunkt von Prévôts wissenschaftlicher Tätigkeit lag in der Diagnostik des Innenreliefs des Gastrointestinaltraktes – zur damaligen Zeit eine wegweisende Forschung. Er führte die Arbeiten Hans Heinrich Bergs aus den 1920er Jahren an Magen und Duodenum fort und wandte die Methodik mit Detailaufnahmen bei verbesserter Technik auch am Dünn- und Dickdarm sowie an den Gallenwegen an. Seine Habilitationsarbeit „Die Röntgenologische Frühdiagnostik des Magenkarzinoms“ wurde international beachtet. Seine Studien zur radiologischen Dünndarmdiagnostik gehören zu den herausragenden Forschungsprojekten der 1930er Jahre am Hamburger Universitätsklinikum. Prévôts Arbeiten gaben wesentliche Impulse zur Weiterentwicklung der damals einzigen Methode, den Magen-Darm-Trakt zu visualisieren. Er befasste sich zudem mit der Röntgendiagnostik der ableitenden Harnwege sowie mit kinematographischen Untersuchungen des Kehlkopfes.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Entscheidende organisatorische Änderungen sind für 1956/57 nicht verzeichnet. Ein Hauptthema stellte das Leberkoma dar, zu dem u. a. Sheila Sherlock, London, referierte. Erstmals hatte Prévôt die Gastroenterologischen Probleme im Kindesalter zu einem Hauptthema gemacht, dass interdisziplinär von Pädiatern, Radiologen, Chirurgen und Gastroenterologen diskutiert wurde. Eine Diskussion am runden Tisch über die großen Blutungen aus Oesophagus, Magen und Duodenum war ein weiterer interdisziplinärer Programmpunkt.

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Ausgewählte Publikationen

1. Ergebnisse röntgenologischer Dünndarmstudien unter besonderer Berücksichtigung der Morphologie. Fortschr Röntgenstr 1940; 62: 341 – 388.
2. Grundriss der Röntgenologie des Magen – Darmkanals. Hamburg 1948.
3. Zur Röntgenologie der regionalen Enteritis. Gastroenterologia 1961; 95: 268 – 280.
4. mit M. A. Lassrich. Röntgendiagnostik des Verdauungstraktes bei Kindern und Erwachsenen. Stuttgart 1988.

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