1965

23. Tagung

Wien, 23. – 25. September 1965

Karl Voßschulte

Gießen

* 1907 in Beckum/Westfalen

† 2001 in Gießen

Vita

Karl Voßschulte absolvierte seit 1932 seine Ausbildung zum Chirurgen bei dem Sauerbruch-Schüler Emil K. Frey an der Chirurgischen Klinik der Medizinischen Akademie Düsseldorf. 1941 wurde er dort mit einer Arbeit über die Periarthritis humeroscapularis habilitiert. Vossschulte folgte Frey 1943 als erster Oberarzt an die Chirurgische Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1951 wurde er auf den Lehrstuhl für Chirurgie an die Justus-Liebig-Universität Gießen berufen. Vossschulte leitete die Giessener Chirurgische Universitätsklinik 24 Jahre bis zu seiner Emeritierung 1975.
In Giessen förderte Vossschulte frühzeitig die Gründung eigenständiger Abteilungen für Neurochirurgie, Anästhesiologie ,Urologie und Herzchirurgie.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Durch Emil K., Frey und dessen thoraxchirurgischen Schwerpunkt geprägt widmete sich Vosschulte besonders der cardio-vaskulären Chirurgie und führte ein plastisches Verfahren zur operativen Korrektur der Aortenisthmusstenose ein. Von ihm stammt der resorbierbare Vossschulte-Ring, mit dem er eine spezielle Dissektionsligatur im distalen Oesophagus bei Oesophagusvarizenblutungen durchführte. Das Ziel dieser Maßnahme war die Kompression und Thrombosierung der Oesophagusvarizen. Zudem beschäftigte er sich mit der Pankreaschirurgie und nahm 1956 zu einem relativ frühen Zeitpunkt eine Pankreatektomie beim Pankreascarcinom vor.

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Entwicklungen der Gesellschaft während der Präsidentschaft

1964 war die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DGE) als eigenständige Fachgesellschaft begründet worden. Mitte der 1960er Jahre wurde immer noch um die Wiedereinführung eines Facharztes für Gastroenterologie gerungen. Weitergehende Veränderungen innerhalb der DGVS sind für die Zeit 1964 / 65 nicht verzeichnet. Während der Jahrestagung 1965 wurden vier Hauptthemen behandelt: Der operierte Magen; das Postcholecystektomiesyndrom, die Colitis ulcerosa sowie die funktionelle Pathologie des Pankreas.

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Ausgewählte Publikationen

1. Grundlagen der Schmerzbekämpfung durch Sympathicusausschaltung. München 1949.
2. mit Hans Hellner und Rudolf Nissen. Lehrbuch der Chirurgie. Stuttgart 1957.
3. mit Ludwig Zuckschwerdt. Chirurgische Differentialdiagnostik. Stuttgart 1972.
4. mit Olaf Bartels. Innere Medizin und Chirurgie. Stuttgart 1979.

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