1967

24. Tagung

Hamburg, 28. – 30. September 1967

Heinrich Bartelheimer

Hamburg

* 1908 in Rotenburg/Hannover

† 1985 in Hamburg

Vita

Heinrich Bartelheimer absolvierte nach dem Examen 1933 und nach der Praktikantenzeit zwei Jahre lang den ersten Teil seiner internistischen Ausbildung im Paul Gerhardt Stift -Krankenhaus in Berlin. 1937 wechselte er als Assistenzarzt zu Gerhardt Katsch an die Medizinische Universitätsklinik Greifswald. Dort wurde er 1940 habilitiert. Nach 1933 war Bartelheimer Mitglied der NSDAP und des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK). 1945 erhielt er die Chefarztstelle der Abteilung Innere Medizin am Waldkrankenhaus Zeven bei Rotenburg. 1948 wechselte Bartelheimer als Oberarzt an die Medizinische Universitätsklinik Kiel zu Helmuth Reinwein. 1950 wurde er zum apl. Professor ernannt. Ein Jahr später übernahm er die Leitung der I. Medizinischen Klinik am Berliner Städtischen Krankenhaus Moabit. 1954 wurde Bartelheimer auf den Lehrstuhl für Innere Medizin und als Direktor der II. Medizinischen Universitätsklinik der FU Berlin berufen. Von 1960 bis 1980 war Bartelheimer Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der I. Medizinischen Klinik der Universität Hamburg.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Bartelheimer war mit der Arbeit „Extrainsuläre hormonelle Regulatoren im diabetischen Stoffwechsel“ habilitiert worden. In Greifswald standen Studien zum Diabetes mellitus im Vordergrund. Seine wissenschaftlichen Beiträge galten der Pathophysiologie und den Wechselwirkungen der endokrinen, metabolischen und gastroenterologischen Erkrankungen. Er arbeitete über die endokrine und exkretorische Pankraesfunktion, über Fragestellungen aus dem Gebiet der Osteologie und zur gastroenterologischen Funktionsdiagnostik. So beschäftigte er sich mit der endokrinen Regulation des Calciumstoffwechsels und mit den Folgen des Hyperparathyreoidismus. Die Pankreasfunktion untersuchte er unter verschiedenen Stimulationsbedingungen mit einer von ihm eingeführten Doppelballonsonde („Bartelheimer-Sonde“). Zur Erforschung und Therapie besonderer Knochenerkrankungen gründete er an seiner Klinik eine Abteilung für Klinische Osteologie.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Bartelheimer engagierte sich in den 1960er Jahren für die Wiedereinführung des Facharztes für Gastroenterologie. 1968 hatte sein Einsatz Erfolg. Im April 1967 wurde nach Initiativen Norbert Hennings die Deutsche Gesellschaft für gastroenterologische Endoskopie gegründet, die von Klaus Heinkel, Stuttgart, als Präsident und Harald Lindner, Hamburg, als Sekretär repräsentiert wurde und die ihren ersten Kongress direkt an die 24. Tagung der DGVS anschloss. Im gleichen Jahr entstand als weitere Neugründung durch Ludwig Demling und Rudolf Ottenjann die Deutsche Gesellschaft für Endoskopie.

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Ausgewählte Publikationen

1. Endokrine und Stoffwechselkrankheiten vom Standpunkt des Gutachters. München 1959.
2. Quantitative fraktionierte Pankreas- und Gallensaftuntersuchung durch Anwendung einer dreiläufigen Doppelballonsonde. Dtsch Med Wochenschr 1953; 78: 993 – 998.
3. Klinik der akuten und chronischen Pankreatitis. Vhdlg Dtsch Ges Inn Med 1964; 70: 759 – 772.
4. mit A. Jores (Hg.). Klinische Funktionsdiagnostik (Begr. H. Küchmeister). 3. Aufl., Stuttgart 1967.
5. mit H.A.Kühn Herausgabe der Reihe Gastroenterologie und Stoffwechsel. Stuttgart 1972 bis 1981.

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