Viszeralmedizin 2019, 2. - 5. Oktober
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1969

25. Tagung

Homburg/Saar, 24. – 27. September 1969

Robert Ammon

Homburg/Saar

* 1902 in Berlin

† 1997 in Homburg/Saar

Vita

Robert Ammon studierte Chemie und wurde 1927 mit einer Arbeit „Zur stereochemischen Spezifität der Lipasen“ promoviert, die er bei Peter Roná in der Chemischen Abteilung des Instituts für Pathologie der Charité Berlin erstellt hatte. Nach kurzer Tätigkeit in den Städtischen Kliniken Mannheim kehrte Ammon nach Berlin zurück und arbeitete erneut bei Peter Roná bis zu dessen Entlassung 1933. Zusätzlich zur Chemie studierte Ammon Medizin, absolvierte in Rostock das Staatsexamen und promovierte 1932 auch in der Medizin. 1936 wurde er an der Berliner Universität habilitiert und wechselte im gleichen Jahr zu Kurt Gutzeit an die Medizinische Universitätsklinik Breslau, in der er das Kliniklabor leitete und in der Krankenversorgung tätig war. Seit 1937 war Ammon Mitglied der NSDAP. 1939 wechselte er nach Königsberg, erhielt eine apl. Professur und war von 1943 bis 1945 Direktor des Instituts für Physiologische Chemie der Medizinischen Fakultät der Universität Königsberg. Nach 1945 in der pharmazeutischen Industrie tätig erhielt er 1951 eine ordentliche Professur verbunden mit der Leitung des neugegründeten Instituts für Physiologische Chemie an der Universität Homburg / Saar. Das Institut leitete Ammon bis zu seiner Emeritierung 1971.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Geprägt durch den Biochemiker Peter Roná in Berlin beschäftigte sich Ammon vornehmlich mit den Methoden zur Fermentbestimmung, besonders mit den Pankreas- und Leberesterasen. Er befasste sich mit dem Acetylcholin und mit dem Nachweis der Cholinesterase im Serum und mit dem biologischen Abbau von Vitamin B1 und dessen Resorption im Darm. Ebenfalls interessierten ihn der Nachweis und die Wirkmechanismen der Enzyme des Kohlenhydratmetabolismus. Ein weiteres Forschungsgebiet bezog sich auf das Cytochrom C. – Pharmakologisch führte Ammon Studien mit dem Ziel durch, die Hülle von Mycobacterium tuberculosis anzugreifen. An der Entwicklung eines Präparates zur Therapie bei Askaridenbefall und der Oxyuriasis war Ammon wesentlich beteiligt.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Mit Robert Ammons Vorsitz wurde die Kooperation der Gastroenterologen mit dem Grundlagenfach Physiologische Chemie unterstrichen. Die Wiedereinführung des Facharztes für Gastroenterologie 1968 bedeutete für die DGVS einen entscheidenden Fortschritt und Erfolg zugleich. Ammon legte zur 25. Tagung gemeinsam mit dem Schriftführer der DGVS, Ulrich Ritter, eine kleine Schrift zur Geschichte der Gesellschaft seit 1913/14 vor.

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Ausgewählte Publikationen

1. mit W. Discherl. Fermente, Hormone, Vitamine und die Beziehungen dieser Wirkstoffe zueinander. Leipzig 1938. – 2. Auf. 1958.
2. mit Zapf FJ. Eine einfache klinisch – chemische Methode zum Nachweis der Cholinesterase im Serum. Klin Wochenschr 1955; 33: 759 – 762.
3. mit U. Henning. Gibt es eine Duodenalsaft – Saccharase und – maltase? Dtsch Z Verdau Stoffwechselkr 1956; 16: 193 – 197.
4. mit G. Werz. Über die Verteilung der Atropin- und Cocain-Esterase in der Leberzelle des Kanninchens. Hoppe Seylers Z Physiol Chem 1959; 314: 194 – 197.

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