1972

27. Jahrestagung

Frankfurt, 5. – 7. Oktober 1972

Werner Siede

Frankfurt

* 1908 in Leipzig

† 1990 in Frankfurt

Vita

Werner Siede absolvierte seine Ausbildung zum Internisten seit 1934 an der Medizinischen Universitätsklinik in Leipzig bei Paul Morawitz und Max Bürger. In Leipzig 1941 habilitiert wurde Siede vom April 1943 bis zum März 1946 zur Übernahme der Chefarztposition der Abteilung Innere Medizin am Krankenhaus Husum notdienstverpflichtet. Seit Juni 1940 war er Mitglied der NSDAP. 1946 wechselte Siede als 1. Oberarzt zu Helmuth Reinwein an die Medizinische Klinik der Universität Kiel und erhielt dort 1949 eine apl. Professur für Innere Medizin. 1950 übernahm er die Stelle des Chefarztes der Abteilung für Innere Medizin am Diakonissen-Krankenhaus Elisabethenstift in Darmstadt. An der Universität Frankfurt hielt er seit dieser Zeit Vorlesungen über Leberkrankheiten. 1966 wurde Siede als Nachfolger Ferdinand Hoffs auf den Lehrstuhl Innere Medizin I der Johann Wolfgang Goethe -Universität berufen. 1968 erfolgte seine Wahl zum Direktor des Zentrums Innere Medizin der Frankfurter Universität. Werner Siede leitete die Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie bis zu seiner Emeritierung im September 1976. Von Werner Siede gingen in den 1960er und 1970er Jahren vielfältige Initiativen für Forschungs- und Fortbildungskongresse aus, bei denen Fragestellungen aus dem Gebiet der Hepatologie behandelt wurden.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Sein Hauptarbeitsgebiet war die Hepatologie. In Leipzig beschäftigte er sich intensiv mit der Pathogenese, Klinik und Epidemiologie der Hepatitis epidemica (Hepatitis A) und gehörte zu den ersten, die eine Virusgenese dieser Erkrankung annahmen. Gemeinsam mit Rudolf Mancke und Wilhelm Gärtner hatte Siede 1938 die Thalheimer Gelbsuchtepidemie im sächsischen Erzgebirge untersucht und in Kooperation mit dem Leipziger Hygiene Institut tierexperiementell zur Hepatitis epidemica gearbeitet. Später standen diagnostische und klinische Fragen zur akuten und chronischen Hepatitis im Mittelpunkt seiner Arbeiten. Daneben befasste er sich mit Fragen der Pankreaserkrankungen.

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Entwicklungen der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Organisatorische Veränderungen innerhalb der DGVS für die Zeit 1971/72 sind nicht dokumentiert. Während der Jahrestagung 1972 wurden vornehmlich Leberkrankheiten und Störungen des Gallensäurestoffwechsels diskutiert. Probleme der Arzneimittelschädigung der Leber nahmen breiten Raum ein.

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Ausgewählte Publikationen

1. mit R. Mancke und W. Gärtner. Beobachtungen einer Gelbsuchtepidemie im sächsischen Erzgebirge. Dtsch Ztschr Verdauungs Stoffwechselkr 1940; 3: 190 – 206.
2. mit W. Luz. Zur Ätiologie der Hepatitis epidemica. Klin Wochenschr 1943; 22: 70 – 74.
3. Hepatitis epidemica. Leipzig 1951.
4. Virushepatitis und Folgezustände. Leipzig 1958.
5. mit H. Schneider. Leitfaden und Atlas der Laparoskopie. München 1962.

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