1974

29. Jahrestagung

Würzburg, 3. – 5. Oktober 1974

Hans Adolf Kühn

Würzburg

* 1914 in Rostock

† 1999 in Freiburg

Vita

Hans Adolf Kühn war seit Ende 1938 als Volontärassistent bei Heinz Kalk in der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Friedrichshain in Berlin tätig und wechselte im September 1939 an das Institut für Pathologie der Universität Freiburg zu Franz Büchner. Seit 1940 war Kühn als Truppenarzt tätig, u. a. leitete er neun Monate eine Station für Leberkranke im Lufwaffenlazarett Bukarest unter der Aufsicht von Heinz Kalk. Nach 1945 absolvierte Kühn seine klinische Ausbildung an der Medizinischen Klinik der Freiburger Universität bei Ludwig Heilmeyer, wurde 1951 habilitiert und erhielt 1957 eine apl. Professur. 1958 erhielt Kühn die Stelle des Chefarztes der Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhaus Süd in Lübeck. Er gehörte zum Gründungsausschuss der Lübecker Medizinischen Akademie. 1965 folgte er einem Ruf auf das Ordinariat für Innere Medizin der Universität Gießen und von 1970 bis 1980 war er als Nachfolger Ernst Wollheims Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik der Universität Würzburg. 1975 wurde Kühn die Ehrenmitgliedschaft der DGVS übertragen.

Mehr

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Kühns wissenschaftliche Arbeiten beschäftigten sich mit der Klinik, der pathologischen Physiologie und der Pathologie der Leber. Bedingt durch seine Tätigkeit im Institut für Pathologie in Freiburg war Kühn mit den morphologisch-histologischen Untersuchungen der Leberpunktate von Patienten mit Hepatitis epidemica beteiligt. Seine experimentellen Arbeiten befassten sich mit Einflussfaktoren u. a. der Gallensäuren auf die Glukoronidierung des Bilirubins und mit dem Verhalten der Leberlymphe. Später traten klinische Aspekte der akuten und chronischen Hepatitis sowie anderer chronischer Lebererkrankungen in den Vordergrund.

Mehr

Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Kühn thematisierte zur Eröffnung der Tagung Fragen der Weiterbildung, der zunehmenden Spezialisierung sowie den Aspekt der diskutierten Subspezialisierung „Stoffwechsel und Endokrinologie“. Der Beirat der Gesellschaft beschloss 1974, an der Namensgebung der Fachgesellschaft festzuhalten, um auf die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen Verdauungsorganen und Stoffwechselvorgängen hinzuweisen. Organisatorische Veränderungen innerhalb der DGVS sind für 1973/74 nicht verzeichnet.

Mehr

Ausgewählte Publikationen

1. Über den Einfluss der Gallensäuren auf die Diazoreaktion des Bilirubins. Z ges exp Med 1950; 115: 371 – 385.
2. mit G Hildebrand. Untersuchungen über die Leberlypmphe. II. Mitteilung. Arch exper Path u Pharmakol (Naunyn Schmiedebergs Arch) 1953; 217: 366 – 373.
3. Primär biliäre Leberzirrhose. Ergeb Inn Med Kinderheilk 1974; 35: 1 – 41.
4. mit H G Lasch. Untersuchungsmethoden und Funktionsprüfungen in der Inneren Medizin. 2 Bände. Stuttgart 1975. – 2. Aufl. Stuttgart 1983.
5. mit H Wernze. Klinische Hepatologie. Stuttgart 1979.

Mehr