Viszeralmedizin 2019, 2. - 5. Oktober
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1976

31. Jahrestagung

Lübeck – Travemünde, 30. September – 2. Oktober 1976

Ulrich Ritter

Lübeck

* 1921 in Berlin

Vita

Ulrich Ritter war von 1952 bis 1955 am Institut für Physiologie der Freien Universität Berlin bei Max Heinrich Fischer in der Grundlagenforschung tätig, wechselte dann an die II. Medizinische Universitätsklinik Berlin-Charlottenburg, FU Berlin, zu Heinrich Bartelheimer und wurde 1958 habilitiert. 1960 folgte er Bartelheimer als Oberarzt an die I. Medizinische Klinik der Universität Hamburg und erhielt dort 1963 eine apl. Professur. 1966 wurde Ritter als Ärztlicher Direktor der I. Medizinischen Klinik an die neu gegründete Medizinischen Akademie Lübeck (seit 1973 verselbständigt zur Medizinischen Hochschule Lübeck, 1985 Medizinische Universität Lübeck) berufen. Hier entwickelte er neben der von ihm vertretenen Allgemeinen Inneren Medizin einen profilierten Schwerpunkt Gastroenterologie und Stoffwechsel. Im September 1987 wurde Ritter an der Lübecker Universität emeritiert.
Ulrich Ritter wurde 1965 als Nachfolger G. A. Martinis Schriftführer der DGVS. Damit oblag ihm die organisatorische Arbeit innerhalb der Gesellschaft. Er war vielfältig aktiv, so in der Weltorganisation für Gastroenterologie (OMGE/WGO) und im Kuratorium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, zudem engagierte er sich für die Nordwestdeutsche Gesellschaft für Innere Medizin, war deren Präsident und ist deren Ehrenmitglied.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Am Berliner Institut für Physiologie beschäftigte sich Ritter experimentell ausgiebig mit Untersuchungen am Dünndarm, u. a. mit den Mechanismen der intestinalen Fettresorption sowie mit histologischen und funktionellen Veränderungen des Darmepithels. Später standen Fragen der Darmmotilität, die Funktion der Papilla vateri und Gallenwegserkrankungen im Vordergrund. Später konzentrierten sich Ritters Arbeiten auf die exkretorische Funktion des Pankreas. So hat er die Pankreasfunktion in Korrelation zum Lebensalter untersucht und sich mit der alkohol-toxischen Pankreasschädigung befasst. Ernährungswissenschaftliche Fragen und funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen stellten einen weiteren Arbeitsschwerpunkt dar.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Ritter plädierte in seiner Eröffnungsrede dafür, in der Namensgebung der Gesellschaft die enge inhaltliche Verflechtung zwischen Verdauungsorganen und Stoffwechselstörungen widerzuspiegeln und lehnte Bestrebungen ab, die DGVS verkürzt als „Gesellschaft für Gastroenterologie“ zu bezeichnen. Die Tagung verzeichnete sehr viele Vortragsanmeldungen. Den Freien Vorträgen und den Berichten der Arbeitsgruppen wurde besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Hauptthemen des Tagungsprogramms waren u. a. die „Klinik der Dünndarmerkrankungen“ und die „Diagnostik und Therapie gastrointestinaler Tumoren“.

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Ausgewählte Publikationen

1. Mechanismen der Fettresorption beim Frosch. Pfüger’s Archiv 1952; 255: 164 – 173.
2. Bewegungsmechanismen der Papilla Vateri. Z ges exp Med 1955; 126: 444 – 449.
3. Histophysiologische Untersuchungen am Darmepithel während der Verdauung. Gastroenterologia 1957; 88: 133 – 171.
4. Die exkretorische Pankreasfunktion im Alter. Klin Wochenschr 1958; 36: 566 – 569.
5. Erkrankungen des exkretorischen Pankreas. Fibel für Klinik und Praxis. Stuttgart 1971.

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