Viszeralmedizin 2019, 2. - 5. Oktober
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1979

34. Jahrestagung

Garmisch – Patenkirchen, 20. – 22. September 1979

Nepomuk Zöllner

München

* 1923 in Marktredwitz/Oberfranken

Vita

Nepomuk Zöllner studierte während des Zweiten Weltkriegs, unterbrochen von Wehrdienst und Kriegseinsatz, Medizin. Nach 1945 absolvierte er seine Pflichtassistentenzeit in Münchener Kliniken. Von 1948 bis 1950 und 1952/53 erhielt Zöllner seine ärztliche und biochemische Ausbildung bei dem 1935 aus Deutschland vertriebenen Stoffwechselforscher Siegfried J. Thannhauser (1885 – 1962) in Boston. Seit 1953 war er an der Medizinischen Poliklinik der Ludwig Maximilians – Universität München bei Walter Seitz tätig. 1954 für Innere Medizin habilitiert wurde Zöllner Laborleiter und Oberarzt bei W. Seitz. Gleichzeitig arbeitete er in der Biochemie bei Feodor Lynen (1911 – 1979), der über die Mechanismen und Regulierung des Cholesterin- und Fettstoffwechsels forschte. 1960 erhielt Zöllner an der Münchener Universität eine apl. Professur. 1973 wurde er auf den Lehrstuhl für Innere Medizin an der Medizinischen Universitäts – Poliklinik München berufen. Die Klinik leitete er bis zu seiner Emeritierung 1993.
Vielfach geehrt war Zöllner u. a. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und 1985/86 der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin sowie Leiter der Kommission für Ernährungswissenschaft der DFG. Er ist Ehrenmitglied nationaler und internationaler wissenschaftlicher Gesellschaften. – 1979 erhielt Zöllner den Bayerischen Verdienstorden, von 1982 – 1986 war er Vizepräsident der Universität München. – Nach seiner Emeritierung übernahm er die Herausgeberschaft für das European Journal of Medical Research.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Die Krankheiten des Fett- und Purinsäurestoffwechsels wurden von Zöllner neu und wegweisend mit einer neuen und selbst entwickelten Analytik bearbeitet. Dabei wurden der klassischen Gicht Besonderheiten gegenübergestellt. Er zeigte die Abhängigkeit der Harnsäurebildung von verschiedenen Purinverbindungen, speziell von der RNA und DNA. Bei der familiären Hypercholesterinämie führte der große Unterschied in der Lebenserwartung der Homo- und der Hetereozygoten zu genetischen Faktoren. Zöllner erkannte, dass grundsätzlich verschiedene Defekte ursächlich für das gleiche Krankheitsbild sein können.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

In seiner Eröffnungsrede zur 34. Tagung stellte Zöllner differenzierte Überlegungen zur Komplexität der Diagnose und der Therapie an. – Ihm war es ein Anliegen, die Stoffwechselkrankheiten als eigenständig, getrennt von den Verdauungskrankheiten zu betrachten. – Es ist ein besonderes Verdienst, dass Zöllner frühzeitig und ausführlich auf das Schicksal Siegfried Thannhausers hingewiesen hat.

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Ausgewählte Publikationen

1. Hg.: Thannhausers Lehrbuch des Stoffwechsels und der Stoffwechselkrankheiten. 2. Aufl. Stuttgart 1957.

2. mit D. Eberhagen. Untersuchung und Bestimmung der Lipoide im Blut. Berlin 1965.

3. mit Gröbner W (Hg.). Gicht. Berlin-Heidelberg-New York 1976.

4. mit W. Hadorn (Hg.). Vom Symptom zur Diagnose. Lehrbuch der Diagnostik für Studenten, Allgemeinärzte und Fachärzte. München 1979.

5. Hg.: Innere Medizin. Berlin-Heidelberg-New York 1991.

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