Viszeralmedizin 2019, 2. - 5. Oktober
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1980

35. Jahrestagung

Hamburg, 8. – 13. Juni 1980

Ludwig Demling

Erlangen

* 1921 in München

† 1995 in Schlüsselfeld

Vita

Ludwig Demling begann seine Ausbildung in der Inneren Medizin bei Norbert Henning an den Städtischen Krankenanstalten Fürth. Er folgte diesem 1949 an die Medizinische Poliklinik der Universität Würzburg. 1952 wurde Demling in Würzburg habilitiert, 1954 wechselte er an die Medizinische Universitätsklinik Erlangen, wohin Henning berufen worden war. 1961 übernahm Demling die Stelle des Chefarztes der Medizinischen Klinik des Städtischen Krankenhauses Bad Canstatt in Stuttgart. 1966 wurde er Ordinarius für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Die Klinik leitete er bis zu seiner Emeritierung 1986.
Demling setzte die Tradition der „Erlanger Schule“ durch vielfältige experimentelle und klinische Beiträge fort und profilierte die Klinik zu einem Zentrum der Gastroenterologie, insbesondere der Endoskopie. Er war er aktiv in den internationalen Organisationen der Gastroenterologen, gehörte 1968 zur Schriftleitung der Zeitschrift Digestion, International Journal of Gastroenterology und begründete 1969 gemeinsam mit Rudolf Ottenjann die Zeitschrift Endoscopy. Demling rief 1967 die Deutsche Gesellschaft für Endoskopie (seit 1985 Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und Bildgebende Verfahren, DGE-BV) ins Leben. ¬Von ihm und seinen Schülern gingen in den 1970er und 1980er Jahren national und international viel beachtete Impulse zur Fortentwicklung endoskopischer Methoden und ihrer Verbreitung aus. Das Gleiche gilt für die Ultraschalldiagnostik und deren die Etablierung in der Inneren Medizin.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Demlings wissenschaftliche Arbeit war auf die gastroenterologische Endoskopie konzentriert. Die Entwicklung einer Thermoleitsonde zur Messung der Magendurchblutung, die endoskopische Polypektomie, das Erlanger Papillotom, der Einsatz des Laserlichtes und der Elektrohydrothermosonde zur Blutstillung, die therapeutische ERCP zur Konkremententfernung aus den Gallenwegen, Methoden der Lithotrypsie sowie Beiträge zur Enteroskopie gehen auf Demling und seine Mitarbeiter zurück. Bei zahlreichen Techniken handelte es sich um Innovationen, die heute weltweit eingesetzt werden. Neben der Endoskopie befasste sich Demling mit den Effekten gastrointestinaler Hormone auf den Magen, mit der Pathogenese des Ulcus sowie mit der gastralen Motilität.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Die 35. Tagung fand auf Initiative Demlings gemeinsam mit dem XI. Internationalen Kongreß für Gastroenterologie der Association Sociétés Nationales Europénne Méditeranéennes Gastroenterologie (ASNEMGE) statt. Mit Beginn der 1980er Jahre setzte eine erste Phase der Professionalisierung der DGVS ein. Aus einem „Tagungsverein“ entwickelte sich eine wissenschaftliche Fachorganisation.

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Ausgewählte Publikationen

1. Der kranke Magen. München-Berlin-Wien 1970.

2. Hg.: Gastrointestinal Hormones. Internationales Symposium Erlangen, August 1971. Stuttgart 1972.

3. Mit M. Classen u. P. Frühmorgen. Atlas der Enteroskopie – Endoskopie des Dünndarms und des Dickdarms, retrograde Cholangio-Pankreatikographie. Berlin-Heidelberg 1974.

4. Operative Endoskopie. Med Welt 1973; 24: 1253 – 1255.

5. Klinische Gastroenterologie. Stuttgart 1973. – 1984 in 2. Aufl. als zweibändiges Werk erschienen.

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