Viszeralmedizin 2019, 2. - 5. Oktober
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1982

37. Jahrestagung

Fellbach bei Stuttgart, 16. – 18. September 1982

Wolfgang Dölle

Tübingen

* 1923 in Berlin

† 2008 in Bonn

Vita

Wolfgang Dölle begann seine Ausbildung 1950 im Institut für Pathologie der Universität Tübingen bei Erich Letterer und Willy Masshoff und wechselte danach in die Medizinische Universitätsklinik Tübingen zu Hans Hermann Bennhold. 1956 setzte Dölle seine Tätigkeit bei Hans Heinrich Berg, ab 1960 bei Heinrich Bartelheimer in der Medizinischen Universitätsklinik Hamburg fort. 1958/59 arbeitete er an der Royal Postgraduate School of Medicine am Hammersmith Hospital in London bei Sheila Sherlock und Stanley Shaldon. Er wurde 1963 in Hamburg habilitiert und folgte im gleichen Jahr seinem Mentor Gustav Adolf Martini als Oberarzt an die Medizinische Universitätsklinik Marburg. Von 1972 bis 1992 war Dölle Ordinarius für Innere Medizin und Leiter der Medizinischen Universitätsklinik I (Gastroenterologie, Hepatologie, Infektionskrankheiten) der Eberhard-Karls-Universität Tübingen.
1977 wurde ihm der Vorsitz der Kommission für pharmakologisch-therapeutische und preisliche Transparenz (Transparenzkommission) der Bundesregierung übertragen und von 1982 bis 1993 war Dölle stellvertretender Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft (AkdÄ).

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Dölles Forschungsgebiet waren die chronischen Lebererkrankungen und ihre Komplikationen. In London war er an den Arbeiten Shaldons über die Wirkungen des Pitressins auf die Splanchnicusdurchblutung beteiligt. Gegenstand seiner Habilitationsarbeit war der Säure-Basen-Stoffwechsel bei der Leberzirrhose. Später beschäftigte er sich mit medikamentös -toxischen Leberschädigungen. Daneben befasste sich Dölle mit den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Er war Mitinitiator und Förderer der ersten europäischen Crohn-Studie (ECCDS). Zunehmend interessierten ihn grundsätzliche Aspekte der Arzneimitteltherapie. Der rational begründete Einsatz von Medikamenten, die genaue Kenntnis ihrer Wirkmechanismen, ihre tatsächliche Wirksamkeit und ihrer unerwünschten Wirkungen sowie die Etablierung randomisierter klinischer Studien waren ihm ein wichtiges Anliegen.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Dölle erwähnte in seiner Eröffnungsrede das Nebeneinander der DGVS und der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologische Endoskopie und plädierte für eine engere Verbindung beider Gesellschaften. 1987 wurde die Fusion beider Gesellschaften unter Vermittlung Meinhard Classens durch Einführung einer „Sektion Endoskopie“ innerhalb der DGVS realisiert. Daneben thematisierte Dölle das Verhältnis zum Arzneimittelmarkt und zur Geräteindustrie, das er im Sinne einer „kritischen Sympathie“ charakterisierte. Fragen der Weiterbildungskataloge stellten ein weiteres Thema dar.

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Ausgewählte Publikationen

1. mit H. Harders. Das Syndrom der „lupoiden Hepatitis“. Gastroenterologia 1963; 100: 220 – 240.

2. Rationale Diagnostik bei Leberkrankheiten. Fortschr Med 1978; 96: 729 – 733.

3. Leberschädigung durch Arzneimittel. Dtsch Z Verdau Stoffwechselkr 1982; 42: 237 – 244.

4. mit B. Müller-Oerlinghausen u.U. Schwabe. Grundlagen der Arzneimitteltherapie. Mannheim 1986.

5. Quantität und Qualität in der Medizin. Internist 1993; 34: 2 – 8.

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