1986

41. Jahrestagung

Hannover, 2. – 4. Oktober 1986

Friedrich Werner Schmidt

Hannover

* 1926 in Dresden

† 2007 in Hannover

Vita

Friedrich Werner Schmidt wurde 1950 am Institut für Physiologie der Medizinischen Akademie Düsseldorf promoviert und begann 1951 seine grundlagenwissenschaftliche Ausbildung im Institut für Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1953 wechselte er an die Medizinische Klinik des Stadtkrankenhauses Kassel zu Heinz Kalk und gründete dort ein wissenschaftliches Labor, in dem er sich gemeinsam mit seiner Ehefrau Ellen Schmidt (1924 - 2012) der systematischen Untersuchung der Leberenzyme widmete. Seit 1960 arbeitete er an der Medizinischen Poliklinik der Philipps Universität Marburg bei Fritz Hartmann und wurde dort 1963 habilitiert. 1965 übernahm Schmidt an der neu gegründeten Medizinischen Hochschule Hannover die Leitung der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie. An der MHH war er seit 1975 bis zu seiner Emeritierung 1991 Lehrstuhlinhaber und Leiter der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie innerhalb des Zentrums für Innere Medizin.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Den Forschungsschwerpunkt F. W. Schmidts beschreibt der Titel seiner Habiltationsarbeit: „Enzymologische Studien zur Klinik und Pathophysiologie der Lebererkrankungen“. Frühzeitig befasste er sich mit Katalasen sowie der Isolierung und Kristallisation von Peroxidasen der Leber. Mit ihren Studien zur Bestimmung der Enzymaktivität bei den verschiedenen Erkrankungen der Leber und der abführenden Gallenwege gehörte das Ehepaar Schmidt zu den Begründern der klinischen Enzymforschung. Zwischen 1958 und 1963 publizierten sie u.a. in 13 Mitteilungen in der Klinischen Wochenschrift ihre Forschungsergebnisse zur Methodik, zur klinischen Relevanz und zur Spezifität der Leberenzymbestimmungen. Die Beiträge wurden national sowie international wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung, insbesondere für die Hepatologie beachtet und gewürdigt.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Die Eröffnungsrede Schmidts zur 41. Tagung liest sich als ein überzeugtes Plädoyer für das Department-System, das mit der Gründung der Medizinischen Hochschule Hannover 1965 eingeführt wurde. Zudem stellte er Überlegungen über strukturelle Veränderungen z. B. durch Bildung von Fachschwerpunkten an großen kommunalen Krankenhäuern an. In der DGVS begann seit 1985 nach vielen Initiativen Meinhard Classens in den Jahren zuvor eine zweite Phase der Professionalisierung und Weiterentwicklung der internen Organisationsstruktur. Seit Mitte der 1980er Jahre nahm die Zahl der Mitglieder rasch zu, 1986 überschritt sie die Zahl 1000.

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Ausgewählte Publikationen

1. mit E. Schmidt. Aktivitätsbestimmungen von Enzymen des energieliefernden Stoffwechsels in der menschlichen Leber bei der akuten Hepatitis und ihren Ausheilungszuständen. Klin Wochenschr 1958; 36: 227 – 232.

2. mit E. Schmidt. Zur Pathophysiologie von enzymatischen Veränderungen bei Lebererkrankungen, in: Fortschritte der Gastroenterologie, E. Wildhirt (Hg), München – Berlin 1960, 302 – 329.

3. mit E. Schmidt. Enzymmuster der menschlichen Leber bei Cholangitis und bei weiteren Leberschäden. XIII. Mitteilung. ( Ferment – Aktivitätsbestimmungen in der menschlichen Leber ). Klin Wochenschr 1963; 41: 649 – 653.

4. mit E. Schmidt. Enzymfibel. Ingelheim 1966.

5. mit E. Schmidt. Progress in enzyme diagnosis of liver disease: reality or illusion. Clin Biochem 1990; 23: 375 – 382.

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