1989

44. Jarhestagung

Mainz, 27. – 30. September 1989

Karl-Hermann Meyer zum Büschenfelde

Mainz

* 1929 in Oberbauerschaft, Minden-Ravensberg

Vita

Karl-Hermann Meyer zum Büschenfelde studierte von 1950 bis 1955 Tiermedizin und schloss 1960 das humanmedizinische Studium ab. In beiden Fächern promoviert begann er 1963 seine internistische Ausbildung an der Philipps-Universität Marburg. Mit Paul Schölmerich wechselte er im gleichen Jahr an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Dort wurde er 1967 habilitiert und erhielt 1968 den Theodor-Frerichs-Preis der DGIM. 1969 /70 war er Gastprofessor an der Universität Genf im immunologischen Labor der WHO. 1977 übernahm er einen Lehrstuhl für Innere Medizin an der FU Berlin, er war dort Leiter der Medizinischen Klinik, Ärztlicher Direktor und Dekan am Universitätsklinikum Charlottenburg. Nach Mainz berufen, hatte er 1981 bis zu seiner Emeritierung 1997 den Lehrstuhl für Innere Medizin inne und war Direktor der I. Medizinischen Klinik mit den Schwerpunkten Gastroenterologie/Hepatologie, Rheumatologie und Nephrologie. Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt war die Immunpathogenese innerer Erkrankungen.
1987 bis 1998 war er Sprecher des SFB „Immunpathogenese“. 1989 wurde er in den Senat der DFG gewählt und war von 1993 bis 1999 Vizepräsident für Biomedizin.
Meyer zum Büschenfelde erhielt für seine Verdienste vielfache Ehrungen, so 1994 Fellow of The Royal College of Physicians, London, 1996 Ehrendoktor der Universität Leuven, Belgien, 1996 die Ernst Jung-Medaille für Medizin, 1998 den Lucie-Bolte-Preis, 2005 die Gustav von Bergmann-Medaille der DGIM und 2008 die Ludwig-Heilmeyer-Medaille sowie im selben Jahr die Thannhauser-Medaille der DGVS. Das Bundesverdienstkreuz wurde ihm 2009 überreicht für ehrenamtliche Tätigkeit in der Forschungsförderung, Nachwuchsförderung und Prägung von Schülern, von denen 14 auf klinische und theoretische Lehrstühle berufen wurden, u.a. für Hepatologie und Gastroenterologie in Hannover, Göttingen, Essen, Hamburg und Erlangen. Er ist Ehrenmitglied mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Meyer zum Büschenfelde wurde mit der Arbeit „Über die immunbiologische Spezifität des Leberparenchyms“ habilitiert. Im Mittelpunkt seiner Forschung standen Autoimmunopathien, entzündliche Leber- und Darmerkrankungen, Fragen der Infektionsimmunpathogenese und Ansätze zur Tumorimmunologie.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Die Eröffnungsrede der 44. Tagung nahm Meyer zum Büschenfelde zum Anlass, zur klinischen Wissenschaft nach 1945 Stellung zu nehmen. Durch zunehmende Verknüpfung von naturwissenschaftlich-technischer Grundlagenforschung mit praktischer Medizin seien die klinische Wissenschaft in Deutschland und internationale Kooperationen vorangekommen. Für weiterhin positive Entwicklungen der medizinischen Forschung seien aber die strukturellen Gegebenheit vielerorts nicht angemessen, gemeint ist die fehlende oder unzureichende Institutionalisierung der Wissenschaft in Kliniken.

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Ausgewählte Publikationen

1. mit U. Hopf und W. Arnold. Detection of a liver-membrane autoantibody in HBsAG-negative chronic active hepatitis. N Engl J Med 1976; 294: 578 – 582.

2. Immunologie der Lebererkrankungen, in: Immunologie, Grundlagen, Klinik und Praxis. Karl-Otto Vorlaender (Hg.), Stuttgart 1983.

3. als Hg.: Hepatologie in Klinik und Praxis. Grundlagen, Diagnostik und Therapie. Stuttgart - New York 1989.

4. mit Heinz Rahn. Arzneimitteltherapie in Klinik und Praxis. Stuttgart - New York 1989.

5. Immune Mechanisms in the Production of Liver Disease. In: Hepatology. A Textbook of Liver Disease. D. Zakim / Boyer Th. D. (Eds.), 3rd u.4th edition, Philadelphia 1996 u. 2002.

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