Viszeralmedizin 2019, 2. - 5. Oktober
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1990

45. Jahrestagung

Essen, 3. – 6. Oktober 1990

Harald Goebell

Essen

* 1933 in Korbach

Vita

Harald Goebell war nach seiner Promotion mit einer experimentellen Arbeit bei Theodor Bücher als DFG – Stipendiat von 1961 bis 1963 im Marburger Institut für Biochemie tätig. Seine Ausbildung zum Internisten erhielt er in der Medizinischen Klinik der Philipps Universität Marburg bei Gustav Adolf Martini. Dort wurde er 1970 habilitiert. Gemeinsam mit Christian Bode erhielt er 1970 den Heinrich Wieland-Preis sowie 1971 den Homburg-Preis. 1971 wurde Goebell als Leiter der Sektion Gastroenterologie an die Universität Ulm berufen. 1975 wurde er Lehrstuhlinhaber für Innere Medizin und Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie der Universität Essen. Die Klinik leitete Goebell 23 Jahre bis zu seiner Emeritierung 1998.
Er wirkte langjährig als Vorsitzender des Ausschusses Praktische Medizin bei der DFG. Von 1995 bis 1998 war er Mitglied im Wissenschaftsrat der BRD und dessen Medizinausschuss. Goebell war 1981 Präsident des European Pancreatic Club und von 1995 bis 1998 Chairman der International Organization for the Study of Inflammatory Bowel Disease (IOIBD). ¬Er ist Ehrenmitglied der DGVS und der französischen Gesellschaft für Gastroenterologie.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Die Sekretion des Pankreas und deren Regulation durch Hormone stand im Mittelpunkt der Forschungsarbeit Goebells. Er befasste sich mit der Pathophysiologie und der Klassifikation der Pankreaserkrankungen. Probleme der toxischen Pankreasschädigung waren ebenso Untersuchungsgegenstand wie die Fragen nach einer gesicherten Therapie der akuten und chronischen Pankreatitis. Einen zweiten Forschungsgegenstand bildeten epidemiologische und therapeutische Aspekte der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Die Präsidentschaft war durch die Wiedervereinigung Deutschlands geprägt, die am 3. Oktober 1990, dem Tag der Kongresseröffnung vollzogen wurde. In diesem Kontext ergaben sich kurzfristig vielfältige neue Aufgaben hinsichtlich Programmplanung, Organisation und Finanzierung. Zentral war die Frage der zukünftigen Struktur der DGVS. Goebell kam dabei eine entscheidende Mittlerfunktion zu. Im April 1990 fand in Halle ein wegweisendes Treffen der Vorstände der DGVS und der Gesellschaft für Gastroenterologie der DDR unter der Leitung von Goebell und Nilius statt, bei dem der Vorstand der DDR-Gesellschaft deren Auflösung und Integration in die DGVS anbot. Goebell lud alle Mitglieder nach Essen ein. So konnten viele Kolleginnen und Kollegen aus der DDR zur 45. Tagung in Essen herzlich empfangen werden und so wurde diese Tagung der erste gemeinsame Kongress nach dem 13. August 1961.

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Ausgewählte Publikationen

1. Goebell, H. (Hg.), Gastroenterologie, München 1992. Band 1, A Grundlagen, B Diagnostische und therapeutische Verfahren. Band 2, Beziehungen zwischen Magen – Darmerkrankungen und anderen Organsystemen.

2. Goebell H. et al. A prospective analysis of the incidence and prevalence of Crohn’s disease in an urban population in Germany. Eur J Gastroenterol Hepatol 1994; 6: 1039 – 1045.

3. Goebell H., Amman R., Creutzfeldt W. History of the European Pancreatic Club. The first 40 years 1965 – 2005. Pancreatology 2005; 5: 1 ¬– 36.

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