1991

46. Jahrestagung

Mannheim, 19. – 21. September 1991

Burkard Kommerell

Heidelberg

* 1925 in Stuttgart

† 1995 in Heidelberg

Vita

Burkhard Kommerell studierte nach dem 2. Weltkrieg Medizin und wurde nach der Pflichtassistentenzeit 1954 Assistenzarzt bei Kurt Beckmann, seit 1956 bei dessen Nachfolger Gotthard Schettler in der Medizinischen Klinik am Städtischen Krankenhauses Stuttgart-Bad Canstatt. Seit 1959 Oberarzt wechselte er mit Schettler 1961 an die II. Medizinische Klinik der FU Berlin, wurde 1962 habilitiert und folgte Gotthard Schettler 1963 an die Ludolf Krehl-Klinik der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1968 erhielt Kommerell eine apl. Professur. 1970 wurde zunächst innerhalb der Medizinischen Klinik eine Abteilung Gastroenterologie neu geschaffen – die Neustrukturierung ging auf Kommerells Initiativen zurück – die Abteilungsleitung wurde ihm übertragen. Von 1972 bis 1994 war Kommerell Ordinarius und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin IV (Schwerpunkt Gastroenterologie, Hepatologie und Infektionskrankheiten ) der Universität Heidelberg.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Zunächst befasste sich Kommerell experimentell mit Zusammenhängen zwischen Serumlipiden, Blutgerinnung und Veränderungen an den Blutgefäßen. Diese Fragestellung war Thema seiner Habilitationsarbeit „Der Einfluß von Nahrungsfetten auf die Blutlipide und die Blutgerinnung“. Seit seinem Wechsel nach Heidelberg standen für ihn hepatologische und gastroenterologische Themen im Vordergrund; so beschäftigte er sich vornehmlich mit den entzündlichen Lebererkrankungen, insbesondere mit den infektiösen Hepatitiden und deren Folgezuständen, mit der Leberzirrhose und dem Leberkoma. Weitere Forschungsarbeiten bezogen sich auf die Effekte der Gallensäuren sowie auf die Primär Sklerosierende Cholangitis und die Primär biliäre Leberzirrhose.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

1991 war die Zahl der Mitglieder auf 1650 angestiegen. Der Aufwand für die Adminstration hatte deutlich zugenommen. Es war evident, dass die organisatorische Arbeit mit den bisherigen Mitteln nicht mehr möglich war und dass neue Formen der Administration notwendig wurden. Ein weiteres Problem bestand in der erheblichen Zunahme der Vortragsanmeldungen, die von dem Selektionskomitee kaum zu bewältigen war. Im April 1991 wurde vom Beirat der DGVS beschlossen, die Zahl der Preiskomitees auf zwei zu begrenzen. Nach sechsjähriger Tätigkeit als Schriftführer der DGVS gab Wolfgang Caspary 1991 die Abgabe seines Amtes bekannt, sein designierter Nachfolger war Michael Manns.

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Ausgewählte Publikationen

1. mit Berger H D. Über die Wirkung der Nahrungsfette auf die Blutgerinnung und ihre mögliche Bedeutung für die Arteriosklerose. Klin Wochenschr 1958; 36: 795 – 800.

2. Möglichkeiten und Grenzen der modernen Leberkoma-Therapie. Austauschtransfusion, Leberperfusion und Lebererstaz. Dtsch Med Wochenschr 1969; 94: 2235 – 2240.

3. mit Gmelin K et al. Viral Hepatitis A and B in hemodialysed patients. Klin Wochenschr 1980; 58: 365 – 370.

4. Galle PR, Hagelstein J, Kommerell B et al. In vitro experimental infection of primary human hepatocytes with hepatitis B virus. Gastroenterology 1994; 106: 664 – 673.

5. mit A. Stiehl und P. Czygan. Gastroenterologie und Hepatologie. Stuttgart 1991.

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