1994

49. Jahrestagung

Ulm, 14. – 17. September 1994

Hans-Günther Beger

Ulm

* 1936 in Meißen

Vita

Hans-Günther Beger absolvierte nach dem Medizinstudium in Bonn die Fachausbildung in der Chirurgischen Klinik Klinikum Charlottenburg der Freien Universität Berlin bei E. S. Bücherl Nach einem USA-Aufenthalt als DFG-Stipendiat mit dem Forschungsschwerpunkt Lebertransplantation/Leberersatz erfolgte 1975 die Habilitation für das Fach Chirurgie. 1982 übernahm er den Lehrstuhl für Chirurgie der Universität Ulm mit Leitung der Klinik für Allgemeine Chirurgie. Die Ulmer Klinik entwickelte Beger zu einer Forschungsklinik mit dem klinischen Schwerpunkt in Tumorchirurgie des Gastrointestinaltraktes und dem wissenschaftlichen Schwerpunkt ‚Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse’. Im Bereich der akuten und chronischen Pankreatitis, Pankreaskarzinom sowie zystischen Neoplasien wurde die Ulmer Klinik zu einer international führenden Institution. Im Bereich minimalinvasive Chirurgie der Gallensteinerkrankungen, Leistenhernie und Dickdarmtumoren hatte die Ulmer Klinik Schrittmacherfunktion mit der weltweit ersten randomisierten, kontrollierten klinischen Studie zur minimalinvasiven Cholozystektomie. Hans Beger gründete 1991 die European Study Group of Pancreatic Cancer (ESPAC). Aus der Ulmer Klinik sind 24 Chefärzte, davon 3 Lehrstuhlinhaber in Deutschland hervorgegangen; mehr als 30 ausländische Forschungsfellows haben ihr wissenschaftliches Fundament als akademischer Chirurg in Ulm erhalten.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Nach einer Periode der experimentellen Lebertransplantation und klinischen Pankreastransplantation hat Beger mit der Ulmer Klinik die Diagnostik und Therapie von Pankreaserkrankungen wegweisend bis heute beeinflusst. Die Therapie der schweren akuten Pankreatitis wurde durch die Entdeckung der bakteriellen Translokation in Pankreasnekrosen, der Einführung von Debridement der Nekrosen anstatt Pankreasresektion und der lokalen Lavage neu ausgerichtet. Die Entwicklung der duodenumerhaltenden Pankreaskopfresektion ist für entzündliche Tumoren und benigne Neoplasien ein neues organschonendes Operationsverfahren, das weltweit als Standardoperationsverfahren bei chronischer Pankreatitis anerkannt ist und als duodenumerhaltende totale Pankreaskopfresektion bei benignen Neoplasien eine zunehmende Akzeptanz erfahren hat.

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Entwicklungen der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Hans Beger ist einer der wenigen Chirurgen, die auch in der DGVS beheimatet sind. Der Ulmer DGVS Kongress 1994 hatte als Schwerpunktthema Standards in Diagnostik und interdisziplinärer Therapie von Tumoren des oberen Gastrointestinaltraktses, Gallensteinerkrankungen und Ulcustherapie. Hans Beger ist seitens der Viszeralchirurgen (DGVC) der Motor für die Ausarbeitung des Konzeptes und die Realisierung einer gemeinsamen Herbsttagung von DGVS und DGVC.

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Ausgewählte Publikationen

1. Beger HG et al. Hemodynamic data pattern in patients with acute pancreatitis. Gastroenterology 1986; 90:74-79.

2. Beger HG et al. Bacterial contamination of pancreatic necrosis. A prospective clinical study. Gastroenterology 1986; 91: 433-438.

3. Beger HG, Schlosser W, Friess HM, Büchler MW, Duodenum-preserving head resection for chronic pancreatitis changes the natural course of the disease. Annals of Surgery 1999; 230: 512-523.

4. Beger HG, Warshaw , Büchler MW, Kozarek R, Lerch MM, Neoptolemos JP, Shiratori K, Whitcomb DC(Eds.)
The Pancreas; Blackwell Publishers, Oxford, UK 1st Ed. 1998, 2nd Ed. 2008.

5. Beger HG. Büchler MW, Dralle H, Lerch MM, Malfertheiner P, Mössner J, Riemann JF(Eds.)
Erkrankungen des Pankreas – ‚Evidenz in Diagnostik, Therapie und Langzeitverlauf’, Springer Verlag, Heidelberg, 2013

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