1997

52. Jahrestagung

Ludwigshafen, 17. - 20. September 1997

Jürgen Ferdinand Riemann

Ludwigshafen

* 1943 in Wiesbaden

Vita

Jürgen F. Riemann war nach Promotion 1969 und Medizinalassistentenzeit an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen bei Hans Erhard Bock als DFG-Stipendiat bei dem Pathologen James Bloodworth jr. am Veterans Administration Hospital, Madison, Wisconsin / USA tätig. 1971 wurde er Assistenzarzt in der I. Medizinischen Universitätsklinik Hamburg (Heinrich Bartelheimer) und wechselte 1972 an das Bundeswehrkrankenhaus. Seine Ausbildung zum Internisten und Gastroenterologen setzte er 1974 bei Ludwig Demling an der Medizinischen Universitätsklinik in Erlangen fort und wurde dort 1979 habilitiert. Seit 1985 war Jürgen Riemann Direktor der Medizinischen Klinik C, Klinikum Ludwighafen, mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, gastroenterologische Onkologie, Hepatologie, Diabetologie und Infektionskrankheiten. Die Klinik leitete und prägte er bis 2008. 1998 gründete Riemann die Stiftung „LebensBlicke - Früherkennung Darmkrebs“, seit 2002 ist er deren Vorstandsvorsitzender. Seit 2000 ist er Vorsitzender der Gastro-Liga und seit 2008 Sprecher der Arbeitsgruppe „Weiterentwicklung der Darmkrebsfrüherkennung“ im Nationalen Krebsplan der Bundesregierung.

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Wissenschaftliche Schwerpunkte

Riemann befasste sich zunächst mit der Elektronenmikroskopie des Verdauungstrakts, widmete sich später vor allem der interventionellen Endoskopie (Gallensteine, palliative Tumortherapie, gastrointestinale Blutung, Laser- und Resektionstechniken, Färbeverfahren). Er beschäftigte sich mit der gastroenterologischen Stoßwellentherapie, der endoskopischen Dopplersonographie und der Kapselendoskopie; zudem evaluierte er neue endoskopische Techniken. Er engagierte sich sehr in der Versorgungsforschung (Helicobacter pylori, FOBT zusammen mit BASF SE). Sein besonderes Anliegen ist die Prävention des kolorektalen Karzinoms.

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Entwicklung der Gesellschaft während der Präsidentschaft

Mit Riemann hatte die DGVS nach 14 Jahren erneut einen nicht-universitären Präsidenten. Die Diskussion um die Führung wurde neu begonnen und eine 2:1 Rotation zwischen qualifizierten universitären und nicht universitären Kongresspräsidenten beschlossen. Wegen der Zunahme der Mitgliederzahlen wurde geplant, zukünftige Kongresse nur in Städten mit entsprechender Infrastruktur durchzuführen. Eine zentrale Geschäftsstelle in Berlin zur Entlastung des Sekretärs wurde diskutiert. Die DGVS stellte sich hinter die Initiative des Präsidenten „Kampf dem Darmkrebs“. Dies führte letztlich mit ihrer Unterstützung zur Gründung der Stiftung „LebensBlicke - Früherkennung Darmkrebs“ und damit zu einer Öffnung der Gesellschaft zur mehr Laieninformation.

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Ausgewählte Publikationen

1. Riemann JF, Fischbach W, Galle PR, Mössner J (Hg. ). Gastroenterologie. Das Referenzwerk für Klinik und Praxis. Stuttgart - New York 2008.

2. Pox C, Aretz S, Bischoff SC, Graeven U, Hass M, Heußner P, Hohenberger W, Holstege A, Hübner J, Kolligs F, Kreis M, Lux P, Ockenga J, Porschen R, Post S, Rahner N, Reinacher-Schick A, Riemann JF et al, [S3-guideline colorectal cancer version 1.0]. Z Gastroenterol. 2013; 51: 753 – 854.

3. Riemann JF, Maar C Betzler M et al: Darmkrebsfrüherkennung im Nationalen Krebsplan – Aktueller Stand und Empfehlungen für die Weiterentwicklung. Z Gastroenterol 2011; 49:1428 – 1431.

4. Hartmann D, Bassler B, Schilling D, Adamek HE, Jakobs R, Pfeifer B, Eickhoff A, Zindel C, Riemann JF, Layer G. Colorectal polyps: detection with dark-lumen MR colonography versus conventional colonoscopy. Radiology. 2006; 238 : 143 – 149.

5. Riemann JF, Seuberth K, Demling L. Mechanical lithotripsy of common bile duct stones. Gastrointest Endosc. 1985; 31: 207 – 210.

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