Ehrungen 2019

Ehrungen 2019

Wir gratulieren allen Ehrenpreisträgern, die während der Viszeralmedizin 2019 ausgezeichnet wurden recht herzlich!

Ismar Boas-Medaille

Mit der Ismar Boas-Medaille wird in diesem Jahr Frau Prof. Dr. Jessica Zucman-Rossi geehrt. Sie promovierte 1990 an der Universität Paris 7, komplettierte eine Facharztausbildung in Innerer Medizin und erwarb ein PhD in den Lebenswissenschaften ebenfalls an der Universität Paris 7. Von 1994 bis 1996 war sie Post-Doc in der genetischen Onkologie am Institut Curie unter Professor Gilles Thomas. Von 1986 bis 2002 war sie Wissenschaftlerin an der Inserm Unit U434 später U674 zuletzt als Gruppenleiterin. 2008 wurde sie zum Direktor der Inserm Unit U1182 befördert und leitet seitdem das Labor „Functional genomics of solid tumors“. Frau Professor Zucman-Rossi hat zahlreiche verantwortungsvolle Tätigkeiten in wissenschaftlichen Institutionen und wissenschaftlichen Journalen begleitet. Herauszuheben ist ihre Tätigkeit als Associate Editor für das Journal of Hepatology von 2009 bis 2014 und die Rolle des Senior Editors von 2014
– 2019. Sie ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften und war verantwortlich für zahlreiche bedeutende internationale wissenschaftliche Tagungen.

Frau Zucman-Rossi beschäftigt sich wissenschaftlich insbesondere mit dem hepatozellulären Karzinom. Sie erhält die Ismar Boas-Medaille in Anerkennung ihrer Arbeit zur genetischen Charakterisierung verschiedener Onkogene und Tumorsuppressor-Gene bei hepatozellulären Karzinomen und insbesondere für ihre genetische Charakterisierung von Leberzelladenomen und die genetischen Risiken zur Transformation in Karzinome. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurden in höchstrangigen Journalen, unter anderem dem Journal of Hepatology, Hepatology, GUT, Gastroenterology, Nature Communications, dem New England Journal of Medicine, Cancer Cell, dem Journal of Clinical Investigation und anderen publiziert.

Mehr

Endoskopiepreis der DGVS

Der Endoscopy Award wird in diesem Jahr an Prof. Dr. Julio C. Pereira-Lima verliehen. Er ist seit mehr als 25 Jahren äußerst aktiv im Bereich der endoskopischen Diagnostik und Therapie. Er hat multiple Studien und Projekte der Versorgungsforschung zu biliopankreatischen Interventionen, Behandlung von Stenosen des Gastrointestinaltrakts, aber auch zur endoskopischen Diagnostik und Therapie kolorektaler Neoplasien durchgeführt. Dadurch hat er viele Impulse für die interventionelle und diagnostische Endoskopie in Südamerika und darüber hinaus gegeben.

Schon frühzeitig hat Prof. Pereira-Lima viele internationale Kontakte gepflegt und seine endoskopische Expertise durch berufliche Aufenthalte in Europa und den USA weiterentwickelt. Dieser Weg führte ihn unter anderem auch in den 1990’er Jahren für mehr als 1 Jahr nach Deutschland, wo er den Grundstein für seine akademische Karriere legte. Er ist seit dieser Zeit der Deutschen gastroenterologischen Endoskopie sehr verbunden und hat sich an mehreren Projekten beteiligt. Mehr als 60 Publikationen in nationalen wie internationalen Fachzeitschriften zeugen von seiner wissenschaftlichen Expertise. Er war und ist aktiv im Editorial Board verschiedener renommierter internationaler endoskopischer Fachzeitschriften(u.a. Endoscopy, Gastrointestinal Endoscopy.

Prof. Pereira-Lima war der erste habilitierte Endoskopiker in Südbrasilien und leitet seit vielen Jahren erfolgreich die Endoskopieeinheit der Universität Santa Casa di Misericordia in Porto Alegre/Brasilien. Förderung des endoskopierenden Nachwuchses ist Professor Pereira-Lima ein großes Anliegen. Er leitet seit mehreren Jahren das Residency-Ausbildungsprogramm für Medizin und Endoskopie des Universitätskrankenhauses. Gerade ist sein neues Lehrbuch für Endoskopie erschienen.
Er war Präsident der Südbrasilianischen Gesellschaft für Endoskopie und der Südbrasilianischen Gesellschaft für Gastroenterologie. Als Präsident des Brasilianischen Endoskopiekongresses 2011 und als Präsident der Panamerikanischen Gesellschaft für Endoskopie (SIED)2016- 2018 hat er auch über die regionalen Grenzen hinaus erfolgreich organisatorische Verantwortung übernommen. Sein Engagement für und in der Endoskopie Südamerikas wurde bereits mit Ehrenmitgliedschaften der Endoskopiegesellschaften von Argentinien, Uruguay,Paraguay und Ecuador gewürdigt.

Mehr

DGVS Medienpreis

Der DGVS-Medienpreis 2019 wird an Frau Dr. Lucia Schmidt und Frau Andrea Freund für ihr Buch „Leber an Milz – wie wir lernen, auf die geheimen Signale unserer Organe zu hören“.

Der DGVS-Medienpreis zeichnet Autoren aus, die in besonderer Weise die öffentliche Wahrnehmung und Darstellung der Gastroenterologie in Deutschland beeinflusst haben. Mit ihrem Buch „Leber an Milz“ haben Andrea Freund und Dr. Lucia Schmidt es geschafft, relevante Gesundheitsthemen und komplizierte medizinische Sachverhalte treffend und anschaulich darzustellen.

Frau Dr. Lucia Schmidt studierte an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz sowie der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main, Humanmedizin. Sie promovierte 2013 über „Wandel in der medialen Berichterstattung über psychische Erkrankungen und Erkrankte in der Folge der Psychiatrie-Enquette 1975 – am Beispiel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Zweiten Deutschen Fernsehens“. Frau Dr. Lucia Schmidt war von 2011 bis 2013 Volontärin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und ist seit April 2013 Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Frau Andrea Freund studierte von 1985 – 1994 Romanistik, Kunstgeschichte und indoeuropäische Sprachwissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, unterbrochen von einem Auslandsstudium an der Université Lumière III in Lyon, Frankreich 1988/89. Von 1987 bis 2003 arbeitete sie als freie Mitarbeiterin und später als Redakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In den darauffolgenden Jahren war sie freie Autorin u.a. für die FAZ, VITAL, das Börsenblatt des Deutschen Buchhandels sowie Ressortleiterin der Zeitschrift Park Avenue. Seit 2006 ist sie freie Redakteurin und Autorin mit den Schwerpunkten Reisereportage und Gesundheit bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften und seit Anfang 2019 die leitende Redakteurin „Reise“ für das Lufthansa Magazin.

Mehr

Ehrenmitgliedschaft der DGVS

Mit der Ehrenmitgliedschaft der DGVS wird in diesem Jahr Dietrich Hüppe ausgezeichnet. Er wurde 1950 in Herne geboren, er studierte zunächst Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Bochum und war von 1974 bis 1976 Lehrer und im Zivildienst tätig. Von 1976 bis 1982 studierte er in Bochum Humanmedizin und komplettierte seine Facharztausbildung für Innere Medizin am Evangelischen Krankenhaus Herne und im Krankenhaus Bergmannsheil, Bochum. Neben dem Facharzt für Innere Medizin erwarb Herr Hüppe die Teilgebietsbezeichnung Gastroenterologie sowie die Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin. Dr. Hüppe ist seit 1992 niedergelassen und hat sich über viele Jahr im Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen, im BDI der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin sowie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, der Deutschen Leberstiftung und zahlreicher anderer Organisationen höchst verdient gemacht. Von herausragender Bedeutung sind seine Versorgungsforschungsprojekte auf dem Gebiet der chronischen Virushepatitiden, den Komplikationen der Leberzirrhose, der Epidemiologie und Prävention des kolorektalen Karzinoms sowie den entzündlichen Darmerkrankungen. Er ist Verfasser oder Co-Autor von über 100 Originalbeiträgen und hat aktiv an zahlreichen klinischen Studien der Phasen 2 bis 4 teilgenommen. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten ernennt Herrn Dr. med. Dietrich Hüppe zum Ehrenmitglied insbesondere für seine Leistung im Deutschen Hepatitis C-Register der Deutschen Leberstiftung. Es handelt sich hier um eines der weltweit größten Register mit zahlreichen Originalpublikationen zu den verschiedenen Aspekten der Diagnostik und Therapie der Hepatitis C.

Mehr

Ehrenmitgliedschaft der DGVS

Mit der Ehrenmitgliedschaft der DGVS wird in diesem Harro Jenss ausgezeichnet. Harro Jenss wurde 1948 in Norden / Ostfriesland geboren. Er studierte Humanmedizin an der Philipps-Universität Marburg und am Westminster Hospital Medical School in London. Seine Medizinalassistentenzeit verbrachte er am Zentralkrankenhaus St. Jürgenstraße in Bremen. Nach Ableistung des Wehrdienstes als Stabsarzt bei der Luftwaffensanitätsstaffel in Aurich und Promotion 1977 komplettierte er seine internistische Facharztausbildung an der Medizinischen Klinik 1 der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. Neben dem Facharzt für Innere Medizin erwarb Herr Jenss die Teilgebietsbezeichnung Gastroenterologie. Er war viele Jahre Oberarzt der Medizinischen Klinik 1 der Tübinger Universitätsklinik. Von 1994 bis 2011 leitete er als Chefarzt die Abteilung für Innere Medizin am Spital Waldshut / Südbaden.
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten verleiht Herrn Dr. Harro Jenss die Ehrenmitgliedschaft für sein engagiertes Aufarbeiten der Geschichte und Entwicklung der Gastroenterologie. In besonderem Maß ehrt die DGVS Herrn Dr. Jenss für seine Publikationen in Erinnerung an die Vertreibung verschiedener jüdischer Wissenschaftler und Mediziner nach 1933. Harro Jenss war zudem für die Herausgabe eines Jubiläumsbandes: „100 Jahre Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten DGVS“ verantwortlich. In dieser Publikation hat er detailliert auch die Verfolgung der jüdischen Mitglieder unserer Fachgesellschaft und die Verstrickung einzelner führender Gastroenterologen während der NS-Diktatur thematisiert.

Mehr

Ehrenmitgliedschaft der DGAV

Mit der Ehrenmitgliedschaft der DGAV wird in diesem Jahr Prof. Adam Dziki geehrt. Er hat sich über sein gesamtes Berufsleben insbesondere der kolorektalen Chirurgie gewidmet. Er hat dabei in herausragender Weise auf die therapeutische Qualität des Kolon- und Rektumkarzinoms fokussiert. Die Etablierung neoadjuvanter Konzepte hat er ebenso konsequent vorangetrieben wie innovative laparoskopische Verfahren bis hin zur Robotik und ist dafür zu Recht mit vielen Preisen geehrt worden. Der direkte und individuelle Patientenkontakt ist für ihn immer Kern ärztlicher Tätigkeit geblieben. Darüber hinaus hat er sich jedoch nicht gescheut, über mühsame und oft zeitintensive Gremienarbeit die Zukunft der kolorektalen Chirurgie in Polen und Europa mit zu gestalten. Er hat sich dabei als Präsident zahlreicher nationaler und internationaler Fachgesellschaften bei der Organisation und Gestaltung vieler Kongresse und Symposien große Verdienste erworben. Als Herausgeber und Mitherausgeber verantwortet er eine Reihe wissenschaftlicher Fachzeitschriften.
Aktuell leitet er die Klinik für Allgemein- und Kolorektalchirurgie der Universität Lodz und fungiert außerdem als Generalsekretär der Gesellschaft für Chirurgie in Polen.

Mehr

Rudolf Nissen-Medaille der DGAV

Die Rudolf Nissen-Medaille der DGAV: erhält in diesem Jahre Professor Dr. H.-P. Bruch der ehemalige Lehrstuhlinhaber für Chirurgie der Universität Lübeck. Sein Name ist untrennbar mit der laparoskopischen Operationstechnik der Abdominalhöhle verbunden. In unzähligen wissenschaftlichen Publikationen und Vorträgen hat er entscheidend dazu beigetragen, dieser Innovation einen festen Platz im Standardrepertoire der modernen Viszeralchirurgie zu verschaffen. Prof. Dr. H.-P. Bruch hat der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie als Präsident (2008/09) und Sekretär (2005-2007) gedient. Er war Mitherausgeber nationaler und internationaler Fachzeitschriften und hat sich als Vorstand mehrer Fachgesellschaften mit großem Engagement eingesetzt. Nach seiner Emeritierung war er Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher (Leopoldina).

Mehr

Rudolf Nissen-Preis

Den Rudolf Nissen-Preis erhält in diesem Jahr Frau Dr. Dr. med. Lena-Christin Conradi in besonderer Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Arbeiten zur Erforschung der Tumorbiologie (Tumor-Stroma-Interaktion, Angiogenese, Tumor-Blutgefäß-Metabolismus, Karzinom-Metastasierung bzw. Biomarker zur Personalisierung multimodaler Therapien). Sie ist Mitglied der Exzellenzakademie des Konvents der Lehrstuhlinhaber für Allgemein- und Viszeralchirurgie, ausgezeichnet durch mehrere Preise und Stipendiatin der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung sowie der Robert-Bosch-Stiftung gewesen.
Aktuell arbeitet die Viszeralchirurgin an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie Universitätsmedizin Göttingen und verantwortet dort mehrere eigenständige Forschungsprojekte.

Mehr

Rudolf Pichlmayr-Medaille

Die Rudolf Pichlmayr-Medailles erhält in diesem Jahr Herr Prof Dr. med. Rainer Paul Wirsching aus Regensburg insbesondere in großer Anerkennung seiner Leistungen bei dem Aufbau klinischer Qualitätssicherungsstrukturen der DGAV. Prof. Wirsching hat in München Medizin studiert und nach seiner Medizinalassistenz in der Pathologie zunächst bei der Bundeswehr in Kempten und später an der LMU, Nussbaumstraße in München mit seiner chirurgischen Ausbildung begonnen. Mit Heberer folgte dann der Wechsel an das Klinikum Großhadern. 1989 übernahm Wisching bis zu seinem Ruhestand die Leitung des Caritas-Krankenhauses St. Josef in Regensburg. Er hat sich als Auditor und leitendes Mitglied der Zertifizierungskommission der DGAV durch seinen unermüdlichen Einsatz hohes Ansehen erworben.

Mehr