Grußworte der Kongresspräsidenten der Viszeralmedizin 2026
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
hiermit möchten wir Sie ganz herzlich zur Viszeralmedizin 2026 vom 14. bis zum 19. September 2026 einladen. Der gemeinsame Austausch findet zunächst online und dann in Präsenz in Hamburg statt, einer Stadt, die Tradition und Wissenschaft verbindet wie kaum eine andere. Wir treffen uns hier unter dem Kongress-Motto:
„Prävention, Translation und Perspektiven“
drei Begriffe, die den Kern unserer täglichen Arbeit in der Viszeralmedizin berühren. Wir streben nach Prävention gastrointestinaler, onkologischer und metabolischer Erkrankungen, danach Erkenntnisse rasch in die Praxis zu übertragen und mutige Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Als Viszeralmediziner*innen tragen wir Verantwortung für Patienten in jedem Lebensalter – von der Prävention und Früherkennung über akute Notfälle bis zur Rehabilitation und Lebensqualität im hohen Lebensalter.
Spannende und innovative Kongressbeiträge spiegeln diese Breite wider: Von Zytokinen in der gastrointestinalen Medizin bis zu minimalinvasiven hochtechnisierten operativen Eingriffen, von holistischen Ansätzen bis zu Fragen neuer Arbeitsformen, digitaler Gesundheitswege, Telemedizin und Hybridversorgung. Wir diskutieren in interdisziplinären Formaten, in Live-Abstimmungen und mit praxisrelevanten Leitlinien, wie wir gemeinsam morgen noch besser unterstützen können.
Besonders wertvoll ist die Vielfalt unserer Themen: Die von uns Kongresspräsidierenden konzipierten Sitzungen beleuchten zentrale Herausforderungen unserer Disziplin. Die Zytokinforschung hebt die Immunantwort im GI-Trakt hervor und erinnert uns daran, wie eng Entzündung und Gewebegesundheit zusammenhängen. Die Hepatitis B-Debatte würdigt wissenschaftliche Exzellenz, erinnert aber auch an die Verantwortung, Prävention und Therapie in Einklang zu bringen. Die holistischen Ansätze richten den Blick auf den ganzen Menschen – und fragen, wie Prävention bis ans Lebensende gelingt, wie Vorsorge zur Rehabilitation führt und wie Ehrenamt und Gesellschaft eingeflochten werden können. Das moderne therapeutische Armamentarium wird immer breiter und gleichzeitig schonender für unsere Patienten.
Unter dem Leitthema New Work widmen wir uns den Chancen der Digitalisierung für die Versorgung: Apps, Telemedizin, Wearables, sichere Dateninfrastruktur, transsektorale Patientenpfade und die Rolle von Cloud-Lösungen. Die fortschreitende Digitalisierung transformiert dabei auch die Endoskopie und Viszeralchirurgie hin zu einer datenbasierten, ergonomisch optimierten und KI-unterstützten Disziplin, die Präzision und Anwenderentlastung gleichermaßen fördert. Neue Konzepte zeigen, wie intelligente Assistenzsysteme und vernetzte Plattformen Workflow, Prävention und Patientensicherheit nachhaltig verbessern können. Im Rahmen des Kongresses begrüßen wir zudem Beiträge aus der Industrie, die mit innovativen Ansätzen die Versorgung verbessern und neue Perspektiven in Prävention, Translation und Versorgungsformen eröffnen.
Die Arbeitsgemeinschaften unserer beiden Fachgesellschaften zeigen in den von ihnen konzipierten Sitzungen die Vielfalt klinischer Herausforderungen: Von Früherkennung im Ösophagus bis hin zu CED-Management, der Gut-Brain-Axis, Leber- und Galleerkrankungen, Pankreaserkrankungen, gastrointestinaler Onkologie, Ernährung, Motilität und der Translation von Forschung in die klinische Praxis. Besonderes Gewicht erhält die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die unsere Behandlungsqualität maßgeblich erhöht. Die live diskutierten Kontroversen in der Viszeralmedizin, die neuesten Konzepte in der minimalinvasiven, robotischen und endoskopisch-interventionellen Therapie, die interprofessionelle Versorgung von Intensivpatienten – all dies zeigt, wie dynamisch unser Feld ist.
Neben der rein klinischen Perspektive möchten wir auch der Perspektive der Gesellschaft Raum geben: Migration, Diversität, feministische Sichtweisen, Senior*innen-Engagement und Therapieverzicht am Lebensende betreten unsere Diskussionsforen. Wir brauchen klare Antworten, wie wir inklusiv, gerecht und patientenzentriert handeln.
Hamburg bietet den idealen Rahmen für diesen Austausch: Ein Kongresszentrum, das Offenheit, Transparenz und Begegnung fördert; eine Stadt, die Brücken baut – zwischen Klinik, Forschung, Politik und Gesellschaft. Wir freuen uns auf einen Kongress als Impulsgeber für präventive Strategien, für translationalen Techniktransfer sowie für mutige Perspektiven unseres jungen Nachwuchses in der Versorgung von gastrointestinalen Erkrankungen.
Wir wünschen uns und Ihnen anregende Diskussionen, spannende Begegnungen, neue Netzwerke und konkrete Umsetzungsimpulse, die unsere tägliche Praxis verbessern, die Lebensqualität unserer Patienten erhöhen und die Zukunft der Viszeralmedizin nachhaltig prägen. Lassen Sie uns gemeinsam lernen, (be)handeln und weiterentwickeln – zum Wohl unserer Patienten.
Mit herzlichen Grüßen und in Vorfreude,
Ihre Kongresspräsidenten 2026