Highlights

 

Motto der Viszeralmedizin 2019

Das Motto des diesjährigen Kongresses weist auf den Anspruch unseres Faches hin, über die erforderliche Spezialisierung und Interdisziplinarität hinaus, auch eine zentrale Rolle in der ganzheitlichen Patientenversorgung zu haben. Viszeralmedizin bedeutet Portalfunktion in Klinik und Praxis sowie Verantwortung in der longitudinalen Betreuung unserer Patientinnen und Patienten. Die internistische und chirurgische Viszeralmedizin bildet gleichsam zum Generalisten wie auch zum Spezialisten aus, dies wird sich in den Schwerpunktthemen des diesjährigen Jahreskongresses widerspiegeln.

Festliche Eröffnung

Zum Auftakt der Viszeralmedizin 2019 bildet die Eröffnungsveranstaltung mit einem Festvortrag und den Verleihungen der Ismar-Boas-Medaille, der Rudolf- Nissen- sowie der Rudolf-Pichelmayr-Medaille, des Endoscopy-Awards, der Ehrenmitgliedschaften und des DGVS-Medienpreises gleich mehrere Höhepunkte.

Schwerpunktthemen

Fachliche Kompetenz, interdisziplinäre Kommunikation und Handeln erfordern
eine gemeinsame und qualitativ hochwertige Fortbildung:

  • Interdisziplinäre Sitzungen zu allen Themenfeldern in der Gastroenterologie und Hepatologie, die gemeinsame internistische und chirurgische Entscheidungen erfordern
  • Herausforderungen der Zukunft: Digitalisierung, Data Mining, Big Data, künstliche Intelligenz, Robotic und autonome Operationstechniken
  • Gastroenterologische Grenzgebiete zur Diabetologie (NASH) und Rheumatologie (CED)
  •  Gemeinsame Sitzungen der DGVS mit Kindergastroenterologen (DPGE), Ernährungsmedizinern (DGEM) und Pathologen (DGP)
  •  Einbindung des bng, des KLK, der ALGK und der AUG in spezifischen Schwerpunktsitzungen
  •  Fachspezifische interdisziplinäre Sitzungen mit der GALC, der Stiftung Lebensblicke und mit der Assoziation Chirurgische Onkologie (ACO)
  •  Sitzungen organisiert von (und nicht nur für) junge Viszeralmediziner
  •  Leber, CED und onkologische Boardsitzungen für komplexe klinische Fälle mit Diskussion im Expertenpanel
  • Seltene Erkrankungen in der Viszeralmedizin
  •  Alkohol, Nikotin und Lifestylemedikamente – was muß der Viszeralmediziner wissen?
  • Klinische Forschung – Diskussion der Empfehlungen des Wissenschaftsrates, der DFG und des Forums Gesundheitsforschung
  •  Forschungsförderung im Ausland und Perspektiven nach der Rückkehr in die deutsche Universitätsmedizin
  • Viszeralmedizinische Studien des Innovationsfonds

Gender

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten kann stolz auf eine über 100-jährige Vergangenheit blicken. Ist Ihnen aber bewußt, dass es noch nie eine Kongresspräsidentin gab, es bislang keinen weiblichen Preisträger einer Ismar-Boas-Medaille oder einer Thannhauser- Medaille gab und erst drei Wissenschaftlerinnen mit dem Thannhauser-Preis ausgezeichnet wurden? Heute sind über 70% der Medizinstudierenden weiblich, in zahlreichen Kliniken arbeiten mehr Assistenz- und Fachärztinnen als -ärzte. Die DGVS und DGAV sollten sich (rechtzeitig) einer Gender-Diskussion öffnen und, um sich zukunftsfähig aufzustellen,
auf allen Ebenen (Gremien, Kommissionen, Beirat, Vorstand) eine sinnvolle und gesellschaftlich angemessene Gender-Kultur (weiter)entwickeln. Als ein Zeichen in dieser Diskussion haben der Kongresspräsident der DGVS, der
Präsident der DGAV und der Vorsitzende der Sektion Endoskopie beschlossen, im wissenschaftlichen Programm der Viszeralmedizin 2019 alle Vorsitze genderparitätisch zu besetzen.

Nachwuchs und Zukunft der Viszeralmedizin

Die Lebensentwürfe junger Menschen verändern sich im gesellschaftlichen Kontext und haben großen Einfluss auf Berufswahl, Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf, sowie dem Wunsch nach Gleichberechtigung in der beruflichen Entwicklung. Die klinische Medizin ist weiterhin ein sehr stark nachgefragtes Berufsfeld, dessen Attraktivität aber durch eine zunehmende Arbeitsverdichtung, Bürokratisierung und die berufsfeldinhärenten Arbeitszeiterfordernisse (Wochenend- und Feiertagsdienste, Schichtdienste) beeinflusst wird. Kreative Lösungsansätze dieser Probleme sowie die Themen der Aus- und Weiterbildung sowie Berufsperspektiven junger Viszeralmediziner gilt es zu diskutieren und, insbesondere mit den Möglichkeiten des digitalen Fortschritts, zu entwickeln. Junge internistische und chirurgische Viszeralmediziner gestalten in eigenen Sitzungen gemeinsam Fortbildungsinhalte, die ihren Alltag betreffen. Der Kongress wird Möglichkeiten geben, sich über verschiedene Karrierewege in der Viszeralmedizin zu informieren. Für wissenschaftlich aktive Viszeralmediziner stehen
wissenschaftspolitische Themen in Fokus sowie die Möglichkeit, klinische und grundlagen-orientierte Abstracts einzureichen und ihre Forschungsergebnisse in Vorträgen zu präsentieren.